Ein Auto von Car2Go oder DriveNow ist schnell gemietet, aber ebenso schnell kann man Ärger bekommen. Denn ganz so sorgenlos wie es die Werbung gerne zeigt, ist man in den Mietwagen nicht. Zwar hat man eine Vollkaskoversicherung und muss sich bei einem schwereren Unfall keine Sorgen machen, aber es gibt auch eine Selbstbeteiligung. Die kann einem die Laune verderben, liegt sie doch zwischen 500 und 1.500 Euro je nach Anbieter.

Ein kleiner Rempler beim Ausparken, eine Unachtsamkeit im Parkhaus – so ein neuer Kotflügel in einer Vertragswerkstatt kann richtig teuer werden. Die Carsharing-Betreiber haben daher das Angebot einer „Null-Euro-Selbstbeteiligung“ als weiteres Geschäftsmodell entdeckt. Bei DriveNow kann man den Schutz für einen Euro vor jeder Fahrt aktivieren. Sollte es zu einem unfreiwilligem Lackaustausch kommen, sinkt die Selbstbeteiligung von 700 auf 350 Euro. Das lohnt sich eher für Wenigfahrer.

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Aber es gibt auch ein Jahresschutzpaket, so wie es Car2Go und Flinkster anbieten. Bei der Daimler-Tochter muss man 9,90 Euro pro Monat investieren, dafür wird die Selbstbeteiligung auf Null reduziert. Flinkster hätte gerne 90 Euro, um die Beteiligung des Fahrers von 1.500 auf 300 Euro zu reduzieren. Bei DriveNow sind es schließlich 99 Euro pro Jahr für eine maximale Selbstbeteiligung von 350 Euro, oder 199 Euro dafür, dass man im Falle eines Schadens nicht mehr zahlt.

So oder so – günstig ist die Sache nicht. Um im Nachhinein Ärger zu vermeiden, sollte man folgende Tipps beherzigen:

  • Vor dem Losfahren einmal um das Auto gehen und mögliche Schäden begutachten. Diese sollten beim Einsteigen auch beim Login im System aufgeführt sein.
  • Entdeckt man einen neuen Schaden, sollte man zwei Dinge tun: Sofort per Telefon der Mietzentrale melden und den Schaden zur Sicherheit mit der eigenen Kamera dokumentieren.
  • Nach der Beendigung der Miete den Wagen noch mal checken. Manchmal bemerkt man einen Steinschlag oder leichte Berührungen mit dem Bordstein während der Fahrt nicht. Auch hier gilt: Neue Schäden auf jeden Fall mit der eigenen Kamera aufnehmen.

Bei Unfällen mit anderen Fahrzeugen erwartet der Vermieter, dass die Polizei den Unfall aufnimmt. Alle nötigen Unterlagen des Wagens sind meist im Handschuhfach. Außerdem unterrichtet man den Vermieter am besten sofort parallel.

Mir Versicherungen ist es ja immer so eine Sache. Man zahlt jahrelang und es passiert nichts – aber wenn denn mal ein Schaden eintritt, ist man froh, wenn sie da ist (und zahlt). Für Wenigfahrer lohnen sich die teuren Pakete aber nicht. Da ist man besser dran, wenn man, wie bei DriveNow, das Paket einzeln pro Fahrt bucht. Vielfahrer sollten sich eine Buchung aber durchaus überlegen, zumal die Carsharing-Unternehmen bei Schäden nicht gerade humorvoll reagieren.

Bild: Daimler