Ein Glasdach, 350 Kilometer Reichweite für 31.000 Euro – der neue Tesla Model 3.

Es war fast wie früher bei einem Apple-Event. Lange Schlangen vor dem Einlass, Jubelstürme im Publikum und ein Firmenchef, der ein Produkt vorstellte, das nicht einmal ansatzweise fertig ist. Mehr als ein paar Infos und eine Studie dessen, was später irgendwann der Tesla Model 3 werden soll, hatte Elon Musk heute morgen nicht zu bieten. Es gab jede Menge Show – aber nur wenig Substanz. Genau das, was Kritiker Tesla seit Jahren vorwerfen.

Wer das neue Auto von Tesla fahren möchte, benötigt viel Geduld. Denn vor Ende 2017 wird das Model 3 laut Elon Musk nicht verfügbar sein. Bei der Ankündigung musste der Tesla-Chef selbst ein wenig lachen. Seine Firma ist bekannt dafür, dass neue Modelle immer länger brauchen als geplant. Das 2012 vorgestellte Model X sollte eigentlich Ende 2014 auf dem Markt sein, kam aber erst mit einem Jahr Verspätung. Und Tesla hat auch beim Model 3 noch viel zu tun, denn weder Design noch Innenausstattung sind fertig.

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Auch die Rahmendaten des Model 3 sind keine Sensation. Die Reichweite des Fünfsitzers soll bei 350 Kilometern liegen. Dabei beschleunigt das Fahrzeug in knapp sechs Sekunden von Null auf Hundert. Musk kündigte an, dass das Model 3 über die teilautonomen Fahrfunktionen des Model S verfügen wird. So kann der Fahrer auf der Autobahn die Hände vom Steuer nehmen und das Fahrzeug wechselt auf Wunsch selbstständig die Spur. Der Preis soll bei 31.000 Euro liegen, dies allerdings nur für die abgespeckte Variante. Immerhin haben laut Tesla schon über 100.000 Käufer eine Vorbestellung aufgegeben.

Die Autoindustrie wird die Ankündigung mit einer gewissen Erleichterung verfolgt haben. Zum einen dürfte die späte Auslieferung des Model 3 für Entspannung sorgen. Bis Ende 2017 werden zumindest Audi und Daimler mit einem eigenen E-Fahrzeug kontern können. BMW plant zudem die Reichweite des i3 auf über 220 Kilometer auszuweiten. Auch zeigt sich, dass Tesla mit dem geplanten Vorstoß in die Massenproduktion vor den gleichen Problemen steht wie jeder andere Hersteller. Bis ein neues Fahrzeug fertig entwickelt ist, dauert es eben ein paar Jahre.

Ein Hersteller dürfte sich besonders freuen: General Motors. Er hat auf der CES in diesem Jahr den neuen Chevrolet Bolt vorgestellt. Das Elektroauto, das in Deutschland in einer leicht anderen Variante unter dem Namen Opel Ampera-E Anfang 2017 auf den Markt kommen soll, hat wie das Model 3 fünf Sitze, eine Reichweite von 320 Kilometern und soll ebenfalls um die 30.000 Euro kosten. Tesla ist also nicht mehr alleine auf dem Markt.

Die komplette Präsentation des Tesla Model 3

Bild: Tesla Motors