Auch der neue Ferrari F12TDF soll die Verkäufe bei Ferrari weiter ankrubeln.

Der CEO von Fiat-Chrysler (FCA), Sergio Marchionne, hat sein Ziel erreicht. Schon Ende der Woche könnte die italienische Sportwagenschmide an der Börse in New York gehandelt werden. Ferrari gehört zu 90 Prozent FCA, zehn Prozent hält der Sohn von Firmengründer Enzo Ferrari, der sich aber in das Tagesgeschäft nicht einmischt. FCA will ungefähr zehn Prozent der eigenen Anteile an die Börse bringen und erwartet einen Erlös von einer Milliarde Euro. Insgesamt wird das Unternehmen mit 30 Milliarden Euro bewertet. 2014 machte Ferrari bei einem Umsatz von 2,76 Milliarden Euro immerhin 265 Millionen Euro Gewinn.

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Dem IPO vorausgegangen war ein jahrelanger interner Streit zwischen FCA-Chef Marchionne und dem langjährigen Ferrari-CEO Luca di Montezemolo. Erst im letzten Jahr konnte Marchionne sich endgültig durchsetzen und Montezemolo absetzen, der mit Unterbrechungen seit den Siebzigerjahren hohe Führungspositionen bei Ferrari inne hatte. Marchionne machte sich daraufhin selbst zum CEO.

Grund des Streits war die zukünftige Ausrichtung des Konzern. Während der Börsengang des Unternehmens auch von Montezemolo unterstützt wurde, war man sich nicht über die Erhöhung der Produktion einig. Ferrari verkaufte 2014 7.255 Fahrzeuge, was im internationalen Vergleich wenig ist. Selbst die Konzerntochter Maserati verkaufte 36.500 Autos. Die geringe Stückzahl war allerdings gewünscht. Montezemolo beharrte darauf, dass eine lange Warteliste für die Marke und den Mythos wichtig sei. Man kontrollierte Verkauf und Produktion so, dass die Kunden ungefähr zwölf Monate auf ihren Ferrari warten mussten.

Nachdem sich Marchionne durchgesetzt hat, soll die Produktion moderat auf 10.000 Einheiten pro Jahr angehoben werden. Dazu soll auch die Modellpalette um weitere Fahrzeuge ergänzt werden. Ein SUV, wie bei Bentley oder Lamborghini, ist aber nicht geplant.

FCA kann das Geld aus dem Ferrari IPO gut gebrauchen. Zum einen steckt Fiat selber weiter in der Krise und wird nur durch die guten Verkäufen der eingekauften Tochter Jeep über Wasser gehalten. Zum anderen will Marchionne weiterhin General Motors kaufen, offenbar zur Not auch gegen den Widerstand des aktuellen Vorstands.

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Das bedeutet auch, dass man auf etliche Bequemlichkeiten verzichten musste. Aber deswegen fährt man auch nicht Ferrari.

Bild: Ferrari