Ford

Laser-Radare auf dem Dach dieses Fords scannen die Umgebung ab, damit das Fahrzeug autonom navigieren kann.

Der zweitgrößte amerikanische Autobauer Ford gab am Dienstag bekannt, dass er 2021 selbstfahrende Autos ohne Lenkrad und Pedale in Serie produzieren wolle. Das Modell sei anfänglich jedoch nicht für die Privatnutzung, sondern zunächst ausschließlich für Ride-Sharing-Anbieter vorgesehen, heißt es weiter. Das langfristige Ziel sind Robotertaxis. Für den Endverbraucher werde der selbstfahrende Wagen dann erst im Laufe des kommenden Jahrzehnts verfügbar sein, sagte Ford-Chef Mark Fields dem Wall Street Journal.

Ford gab zudem bekannt, dass die Flotte das Autonomie-Level 4 erreichen werde. Einer Skala der Society of Automotive Engineers (SAE) zufolge ist damit ein Autonomie-Level erreicht, dass das Eingreifen eines menschlichen Fahrers nicht weiter voraussetze sei, da das Fahrzeug auf fast alle möglichen Situationen und Hindernisse im Straßenverkehr automatisch reagieren könne. Level-5-Fahrzeuge würden theoretisch gar keine Insassen mehr benötigen, um im Straßenverkehr navigieren zu können.

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Ford setzt für die eigenständige Navigation auf rotierende Laser-Radare, die auf dem Dach montiert sind. Der Autohersteller will hierfür auf die neueste Version der sogenannten „Lidar“-Sensoren von Velodyne zurückgreifen. Hierüber werden 3D-Modelle der Umgebung errechnet. Google setzte auf eine ähnliche Technologie. Zusammen mit dem chinesische Internet-Konzern Baidu habe Ford 150 Millionen Dollar in Velodyne investiert, schreibt The Verge. Außerdem hat Ford am Dienstag bekannt gegeben, dass israelische Machine-Learning-Startup SAIPS übernommen zu haben. Mit dieser Technologie sollen unter anderem Vorhersagen über Bewegungen von Objekten verbessert werden.

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Um das Roboterwagen-Konzept bis 2021 realisieren zu können, werde Ford mehrere Kooperationen mit Technologieunternehmen eingehen und die Mitarbeiterzahl  seines Entwickler-Standorts im Silicon Valley bis 2017 verdoppeln, teilte der Autobauer mit.

Ford schlägt mit seiner Initiative ähnliche Töne an, wie zuvor schon BMW und auch Google. Beide Unternehmen hatten ebenfalls angekündigt, selbstfahrende Autos bis Ende des Jahrzehnts auf den Markt zu bringen. Und auch die beiden Ridehailing-Anbieter Uber und Lyft befinden sich bereits in der Entwicklung für selbstfahrende Limousinen. Volkswagen ist vor Kurzem erst mit 300 Millionen Dollar bei Uber-Konkurrent Gett eingestiegen und kündigte an, ebenfalls selbstfahrende Autos entwickeln zu wollen. Auch der E-Autopionier Tesla hat sich jüngst in seinem Masterplan zu Modellen geäußert, die den Fahrer eigenständig abholen können.

Bild: Ford