Es ist mal wieder so weit: Die Lufthansa-Piloten streiken – und zwar morgen von acht Uhr bis Mitternacht. Betroffen sind alle Langstreckenflüge, die in Deutschland starten. Das wird auch massive Auswirkungen auf die weiteren Flugpläne haben, denn die Flugzeuge, die übermorgen ab New York oder Tokio abfliegen sollen, sind ja jene, die heute in die Richtung fliegen sollten. Es wird also ein wenig dauern, bis die Lufthansa den Rückstau abbauen kann. Die Situation für den Fluggast ist schwierig, denn man weiß ja nie, wann der nächste Streik kommt.

Grundsätzlich kann man als Fluggast nichts gegen einen Streik machen, aber ein paar Rechte hat man natürlich schon.

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1. Was passiert, wenn der Flug wegen eines Streiks ausfällt?

Dass der eigene Flug ausfällt, ist gar nicht so sicher. Es streiken nur die Piloten, die in der Gewerkschaft Cockpit organisiert sind. Die Lufthansa kann die Flieger also mit anderen qualifizierten Piloten besetzen. Das wird nicht bei allen Flügen funktionieren, da die Zahl der Piloten, die für den Airbus A380, den Airbus 330/340 und die Boeing 747 zugelassen sind, nicht allzu groß ist. Daher wird die Lufthansa in den nächsten Stunden und am Dienstag einen Sonderflugplan veröffentlichen. Ist der eigene Flug dort nicht aufgeführt beziehungsweise als „gestrichen“ markiert, sollte man sofort die Lufthansa kontaktieren. Die Mitarbeiter der Hotline kümmern sich um mögliche Umbuchungen oder kostenfreie Stornierungen.

2. Bekommt man eine Entschädigung?

Nein. Der Bundesgerichtshof hat schon vor einiger Zeit entschieden, dass ein Streik unter „höhere Gewalt“ fällt. In diesem Fall gibt es keine Ausgleichszahlungen der Airline für Verspätungen oder ausgefallene Flüge. Allerdings muss die Fluggesellschaft für Essen und Getränke sorgen, wenn man stundenlang am Flughafen warten muss. Auch Übernachtungen werden von den Airlines übernommen, in einem solchen Fall werden dann Gutscheine ausgegeben. Bucht man sich selbst ein Hotel, sollte man vorher genau studieren, welche Kosten eine Fluggesellschaft übernimmt. Ein Fünf-Sterne-Hotel wird jedenfalls nicht bezahlt.

3. Hilfe per App

Die Lufthansa-App (für iOS, Android, Windows oder Blackberry) hat sich im Krisenfall als erstaunlich gutes und zuverlässiges Instrument erwiesen. Informationen tauchen dort schnell auf, Umbuchungen lassen sich leicht erledigen. Wer schnell einen neuen Flug benötigt, sollte sich die App Hello Mission Control anschauen. Dabei handelt es sich um eine Art Concierge-Service für Flugbuchungen. Per SMS kann man mit dem Team Kontakt aufnehmen, das sich dann um die gesamte Flugbuchung kümmert. Bezahlt wird per Kreditkarte.

4. Ruhe bewahren

Es hilft ja alles nichts – wenn das Flugzeug nicht abhebt, steht man halt da. Da können die Mitarbeiter am Flughafen auch nichts für. Während man in Deutschland auf „echte“ Lufthansa-Mitarbeiter trifft, handelt es sich im Ausland meist um Angestellte des Flughafens, die das gesamte Handling für verschiedene Airlines übernehmen. Laut werden hilft da eher nicht.

5. Die Buchungsklasse macht es

Auch wenn es die Airlines offiziell nicht sagen: Die Buchungsklasse kann auch darüber entscheiden, ob man schnell umgebucht wird oder in einen Ersatzflieger gesetzt wird. Grundsätzlich gilt: Fluggäste mit Senator- oder Hon-Status sowie Vollzahler einer Buchungsklasse werden auf den Wartelisten bevorzugt. Vollzahler bedeutet: ein Ticket der höchsten Buchungstufe in der jeweiligen Flugklasse zu haben. Bei Economy ist das meist „Y“ oder „M“, in der Business Class „C“. Alle anderen Tickets wurden zu reduzierten Preisen ausgegeben und sind somit keine Vollzahler-Tickets.

6. Kontaktadressen

*(0,14 Euro/Minute aus dem Festnetz)

Bild: Lufthansa AG