Rocket Internet hat sein Startup-Portfolio im Automobilsektor mit Ridelink aufgestockt, einer Vermittlungsplattform für privates Carsharing. Neu ist die Idee nicht: Ein früher deutscher Anbieter war 2010 Tamyca, der die Vermittlung von Privatwagen zum Stunden- oder Tagessatz online angeboten hat. Nachdem 2014 Drivy und ein Jahr später Opels Carunity an den Start gingen, könnte in diesem Jahr das Rocket-Startup Ridelink nachrücken.

Update, 14. April 2016: Anders als zuvor von Rocket Internet gegenüber Gründerszene kommuniziert, wird Ridelink in den kommenden Wochen in Deutschland starten, wie Gründer Alexander Stevenson nachträglich betonte. Auch die Versicherungsfrage sei schon geklärt: Das Startup habe einen globalen Deal mit dem Versicherungskonzern Allianz abgeschlossen.

Dieser Artikel erschien zuerst am 13. April 2016. 

Das Prinzip ist einfach: Ein Autobesitzer kann seinen Wagen über die Plattform verleihen und sich damit etwas hinzu verdienen. Das Startup würde vornehmlich an einer Vermittlungsprovision verdienen. Doch Ridelink muss vor dem Start in Deutschland ein großes Hindernis überwinden.

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Das größte Problem bei der Einführung habe man derzeit noch mit der Versicherungsfrage, sagte eine Rocket-Sprecherin gegenüber Gründerszene. Wer übernimmt die Kosten, wenn der private Leihwagen von einem Mieter beschädigt wird oder bei einem Schaden gar kein Schuldiger ausfindig gemacht werden kann? Solange man dahingehend keine Lösung an der Hand habe, wolle man sich zunächst auf den britischen und spanischen Markt konzentrieren.

Und obwohl es mittlerweile eine deutsche Webseite von Ridelink gibt, sei nicht absehbar, ob das Angebot tatsächlich in Deutschland eingeführt werde. Das bestätigt Rocket Internet auf Nachfrage von Gründerszene.

Wie schon bei dem Lieferdienst Eatfirst hat Rocket erneut Großbritannien als Experimentierfeld gewählt. Mit dem Gründer Alexander Stevenson startete der Berliner Inkubator dort 2015 das Carsharing-Startup, zunächst unter dem Namen Drivejoy. Vor kurzem erfolgte dann die Umbenennung zu Ridelink und der Start des deutschen Webauftritts.

Bild: Gettyimages/Ascent Xmedia