Bis zu 50 Kilometer durch die Stadt mit dem Smart Ped

Der Kampf um die Zukunft der Mobilität in Metropolen wird nicht nur zwischen Autoherstellern, Carsharing-Anbietern und dem Nahverkehr ausgefochten. Mit neuen Technologien wird auch an Alternativen zum Fahrrad gearbeitet. Eine Idee ist das Smart Ped der Firma FlyKly. Dabei handelt es sich um einen Roller, in dessen Hinterrad ein Elektromotor samt Akku integriert ist. Der kleine Motor aber beschleunigt das Smart Ped nicht, sondern hält die Geschwindigkeit. 500 Sekunden lang schafft es der kleine Motor alleine, dann muss mit den Beinen nachgeholfen werden.

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Die gesamte Einheit mit Elektromotor, Wandler und Akku ist kompakt und kaum größer als ein Teller. Ein Stahlrahmen soll dafür sorgen, dass das Smart Ped auch die ein oder andere Kollision mit einem Bordstein aushalten kann. Der Roller lässt sich zusammenfalten, mit elf Kilogramm ist er vergleichsweise leicht. Die elektronische Reichweite, so gibt der Hersteller an, liege zwischen 30 bis 50 Kilometer. Für die Stadt allemal ausreichend.

Das Unternehmen FlyKly wurde 2010 von Niko Klansek in New York gegründet. Sein erstes Produkt ist Smart Wheel, ein Fahrradhinterrad mit Elektromotor, das in verschiedene Rahmen passt. So lässt sich ein altes Rad für knapp 1.000 US-Dollar in ein Elektrorad umbauen. Der italienische Investor M31 versorgte das Unternehmen finanziell und verlegte das Hauptquartier nach Italien, wo das Unternehmen seine Produkte herstellt.

Firmengründer Klansek sieht im Umzug Vorteile: „Die Europäer sind in Sachen alternativer Antriebe einfach offener und weiter“, sagt er im Gespräch mit Gründerszene. Das habe sich bei seinem letzten Kickstarter-Projekt gezeigt. Die Kosten für die Entwicklung und den Bau des ersten Prototypen habe man direkt wieder einfahren können. „Der große Erfolg der Kickstarter-Kampagne erlaubt es uns auch, das Smart Ped zu einem guten Preis anzubieten,“ findet Klansek. 699 Euro kostet das Modell, das man zur Hälfte zusammenfalten kann. Für 799 Euro bekommt man eine komplett faltbare Version.

Sowohl für das Smart Wheel als auch das Smart Ped gibt es eine App. Über die lässt sich der Roller zum Beispiel gegen Diebstahl sperren. Auch erinnert die App an Reparaturen: Per Selbstdiagnose überprüft das System laufend, ob der Antrieb in Ordnung ist. Sollten Unregelmäßigkeiten auftauchen, informiert die App den Besitzer, bevor etwas defekt ist. Sie empfiehlt außerdem einen autorisierten Fachhändler in der Stadt.

Gleichzeitig ergibt sich für das Unternehmen eine weitere Einnahmequelle. „Wir sammeln anonymisierte Daten unserer User und können so Bewegungsmuster in der Stadt erkennen. Diese Heat Maps stellen wir den Städten für ihre zukünftige Stadtplanung zur Verfügung“, so Klansek.

Bild: FlyKly