Apple? Chinesische Milliardäre? Wer steckt hinter der Firma Faraday?

Das undeutliche Bild eines Autos, eine angebliche Investition von mehr als einer Milliarde Dollar und jede Menge Gerüchte: Für sein Marketing hat das Unternehmen Faraday Future offenbar ein paar Profis eingekauft. 2017, so Faraday, will man einen Tesla-Model-S-Konkurrenten auf den Markt bringen, der die Reichweite des Tesla um 15 Prozent übertreffen soll.

Damit steht die Firma nicht komplett allein, auch Audi arbeitet an so einem Fahrzeug, allerdings soll das erst 2018 auf den Markt kommen. Überraschend ist die Ankündigung von Faraday allerdings schon, denn um ein solches Auto zu entwickeln, benötigt man drei bis fünf Jahre. Damit wurde also offenbar schon vor einiger Zeit begonnen.

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Die nächste Frage ist, wo denn die kolportierte eine Milliarde Dollar herkommt. Das Unternehmen sagt dazu nichts und hält die eigenen Hintergründe sogar soweit bedeckt, dass man den Namen des CEO nicht bekanntgeben will. Gemeldet ist die Firma in Los Angeles in einem kleinen Bürogebäude. Die Webseite wird in den USA gehostet, allerdings ist der Inhaber der Domain das Unternehmen Whoisguard aus Panama. Die Dienste solcher Firmen werden immer dann in Anspruch genommen, wenn man als registrierende Person oder Unternehmen nicht öffentlich auftreten mag.

Geradezu beeindruckend sind allerdings die Namen der leitenden Angestellten, die Faraday bekannt gegeben hat. Nick Sampson hat bei Tesla den Bau des Model S geleitet, ebenfalls von Tesla kommen Dag Reckhorn (Produktionsleiter Tesla), Alan Cherry (HR-Leiter Tesla) und Tom Wessen (Einkauf Tesla). Dazu ist Richard Kim an Bord, der bei BMW für das Design des i3 und des i8 mit zuständig war.

Das ist imposant – und es ist kaum zu glauben, dass derartig versierte Topleute ihre gut dotierten Posten für ein Abenteuer verlassen haben. Wer oder was steckt also dahinter? Bisher hat das Unternehmen nach eigenen Angaben rund 400 Angestellte. Viel zu wenig, um ein Auto zu bauen. Zum Vergleich: Bei Tesla arbeiten 6.000 Mitarbeiter.

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Das australische Medium News.com spekuliert, dass Apple die treibende Kraft dahinter sein könnte. Verdächtig ist, dass Faraday den Namen seines CEO nicht preisgeben möchte, was News.com auf die Idee bringt, Faraday könnte als U-Boot für das geplante Auto von Apple fungieren. Und rechnet man die rund 1.800 Menschen hinzu, die Apple in letzter Zeit für die Entwicklung eines E-Autos angestellt hat, dann hat man mit den 500 Angestellten von Faraday schon eine vernünftige Zahl beisammen.

Möglich wäre zum Beispiel, dass Apple die gesamte Elektronik des Fahrzeugs bei sich entwickelt, Teile des Design und der Produktion aber auslagert. Dafür spräche auch die genannten eingekauften Experten, die allesamt im Bereich Produktion und nicht in der technischen Entwicklung unterwegs sind.

Allerdings gibt es auch andere Gerüchte. Bloomberg vermutet den chinesischen Milliardär Jia Yueting hinter dem Unternehmen. Yueting gilt in China als eine Art Steve Jobs und leitet den Mischkonzern LeTV. Eigentlich ein Online-Videodienst, verkauft die Marke verschiedene Produkte unter dem Branding „Le“. Dazu gehören auch Smartphones, von denen man in China angeblich mehr verkauft als Apple von seinen iPhones.

Der Milliardär hatte vor wenigen Wochen erst den chinesischen Uber-Konkurrenten Yidao Yongche aufgekauft und hat zudem angekündigt, in den Markt der Elektroautos einsteigen zu wollen. Um E-Autos aber auch günstig in China verkaufen zu können, müsste Yuenting dafür eine Produktionsstätte in seinem Heimatland besitzen. Nur E-Autos, die auch in China hergestellt werden, erhalten die nötigen Subventionen, um den Wagen konkurrenzlos günstig anbieten zu können. Von daher würde sein Investment in ein US-Unternehmen eher weniger Sinn ergeben.

Bild: Faraday Future