Volvo

Huch! Fast hätte man es vergessen. Da gab es doch mal Pläne von Uber, die Fahrer durch selbstfahrende Autos zu ersetzen. In Richtung autonome Autos gab es zuletzt viel Lärm von Ford, immer wieder von Google und natürlich auch von Tesla. Aber plötzlich springt der nicht von allen geliebte Fahrdienstvermittler in die Manege: Noch in diesem Monat sollen selbstfahrende Autos als Teil der Uber-Flotte in Pittsburgh getestet werden. Das sagte CEO Travis Kalanick in einem Interview mit Bloomberg.

Um die 100 Volvo XC 90 sollen mit Equipment ausgestattet werden, das sie zu selbstfahrenden Autos macht. Auf dem Fahrer- und Beifahrersitz werden für den Test allerdings zwei Uber-Ingenieure mitfahren, die im Zweifelsfall eingreifen können und jede Fahrt beobachten und genau protokollieren. Wer das Glück hat, so ein Gefährt zu buchen, reist als Testperson gratis.

Bestehende Autos mit Computer und Sensoren ausstatten

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Uber verfolgt eine andere Strategie als die Konkurrenz von Google. Man will keine eigenen Autos bauen, sondern bestehende Autos mit Computer und Sensoren ausstatten und sie so zu selbstfahrenden Autos modifizieren. Diese Strategie verfolgt bis jetzt nur Self-Driving-Startup NuTonomy, das bald in Singapur testen will. Für die Entwicklung der Technik hat sich Uber das Startup Otto einverleibt.

Für Otto arbeitet zum Beispiel Anthony Levandowski, der Googles Entwicklungsabteilung für selbstfahrende Autos geleitet hat. Gegenüber Blooomberg sagte Levandowski, dass er sich freut etwas zu entwickeln, was schon bald starten kann. Bei Google hätte ihm alles zu lange gedauert. Bei Uber scheint es tatsächlich schneller zu gehen. Kalanick: „Wenn Uber Google einholen will und der führende Player im Bereich autonomes Fahren sein will, dann müssen wir die besten Köpfe haben.“

Eine Chance für deutsche Autofirmen?

Mit dem Start des Tests in Pittsburg setzt sich ausgerechnet Uber an die Spitze der Entwicklung von selbstfahrenden Autos. Uber hat bis jetzt einen Vertrag mit Volvo, will aber schnell andere Autofirmen zur Zusammenarbeit bewegen. Vielleicht ist das eine Perspektive für die deutschen Autohersteller, um Google Paroli zu bieten, ohne auf die Schnelle ein eigenes selbstfahrendes Auto entwickeln zu müssen.

Foto: Uber