Uniti_Open doors

Schon kommendes Jahr soll ein solcher Prototyp gebaut werden, 2018 die Marktreife folgen.

Es gibt keine Pedale und kein normales Lenkrad. Stattdessen geht es wie in einem Flugzeug zu. Wird das Steuerruder des Uniti nach vorne geschoben, nimmt der Wagen an Fahrt auf. Gebremst wird mit einer entgegengesetzten Bewegung.

Und auch auf Plastik-Armaturen und Knöpfe werde bei diesem E-Auto komplett verzichtet, sagt Unternehmenssprecherin Verena Kitowski zu Gründerszene. Denn das sogenannte Head-Up-Display ist rein optisch: Alle Tacho-Stände werden auf das Glas projiziert, alle Funktionen per Touch ausgeführt.

Uniti_ CEO Lewis Horne

Lewis Horne ist Gründer und Geschäftsführer von Uniti.

Das schwedische Startup Uniti ist im Sommer 2015 als Spin-off aus einem Projekt der Uni Lund hervorgegangen. Die Ingenieure, die für Gründer Lewis Horne an Uniti arbeiten, befinden sich teilweise noch in der Abschlussphase ihres Studiums. 15 Mitarbeiter zählt das Team derzeit. Das Konzept zu dem ungewöhnliche aussehenden Stadtflitzer, dessen Marktreife für 2018 angepeilt wird, steht schon.

Der elektrische Kleinwagen sei speziell für die Bedürfnisse der Stadtmobilität entwickelt worden, heißt es vom Unternehmen. Mit einem Leergewicht von gerade mal 400 Kilogramm und einer Reichweite von 150 Kilometern können zwei Personen befördert werden – so der Plan. Wie bei einem Tandem sitzt man hier hintereinander.

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Gerade mal 36 Stunden hat das Startup gebraucht, um 500.000 Euro für seine Seed-Runde einzusammeln. Das 15-köpfige Team, das bis Ende 2017 den ersten Prototypen bauen will, hat dafür eine Crowdinvesting-Kampagne auf FundedByMe gestartet. Abgeschlossen ist sie allerdings noch nicht, sie läuft noch 40 weitere Tage. Fünf Tage nach Beginn sind bereits 128 Prozent des anfänglichen Fundingziels erreicht worden, 290 Kleininvestoren sind mit Beträgen zwischen 500 und 5000 Euro eingestiegen.

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„Es gab schon vorher Investmentanfragen von VCs“, so Kitowski zu Gründerszene. Man habe sich aber vorerst bewusst dagegen entschieden und die Kampagne ins Leben gerufen, um unabhängiger an dem Projekt arbeiten zu können. Bei Unity wolle man deshalb komplett nach dem Open-Source-Prinzip vorgehen. Die gemeinsame, transparente Entwicklung lasse sich so schneller voran treiben. Die etablierte Automobilindustrie sei hingegen zu verschlossen und entwickle im Geheimen. Das wolle man anders angehen, sagt Kitowski. Dennoch sei später eine Zusammenarbeit mit den großen Konzernen nicht ausgeschlossen, um etwa Lizenzen für das E-Auto zu vergeben. Ziel sei es aber, eine eigene Marke aufzubauen – ohne klassische Autohäuser, allein über die Online-Präsenz.

Bisher habe es rund 200 Vorbestellungen gegeben – allerdings noch ohne Anzahlungen. Denn es stünden noch nicht alle Leistungsmerkmale fest. Erst mit dem Prototypen seien Vorfinanzierungen möglich, heißt es vom Unternehmen. Ein vergleichbares Projekt, das aus einem Uni-Projekt hervorgegangen ist und ebenfalls eine erfolgreiche Kampagne abgeschlossen hat, ist Sono Motors. Die Münchner entwickeln ein Auto, das sich über Solarzellen selbst wieder auflädt und eine Klimananlage aus Moos hat.

In Deutschland ist der Unternehmensname „Uniti“ übrigens von einer ganz anderen Fraktion besetzt: vom Bundesverband mittelständischer Mineralölunternehmen.

Bild: Uniti Sweden