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Kommt bald die Flatrate?

In der gerade mal siebenjährigen Unternehmensgeschichte soll Uber bereits Verluste von rund vier Milliarden Dollar gemacht haben, berichtet Bloomberg. Einen Großteil der roten Zahlen habe die US-Fahrvermittlung allein in der ersten Jahreshälfte 2016 zu verzeichnen. Uber-Finanzchef Gautam Gupta habe während einer Telefonkonferenz gegenüber Investoren bekannt gegeben, dass man 1,27 Milliarden Dollar Verluste für das Halbjahr zu verbuchen habe, heißt es.

Der steile Expansionskurs des Taxivermittlers gefolgt von vehementen Rabattaktionen mit dem Wettbewerb haben ihren Tribut gefordert: Das Minus im ersten Quartal 2016 von 520 Millionen Dollar habe sich im Folgequartal nochmals auf 750 Millionen erhöht, heißt es in dem Medienbericht. Allein der Schlagabtausch mit dem chinesischen Konkurrenten Didi Chuxing hat dem US-Unternehmen insgesamt Milliarden-Verluste beschert. Die kürzlich erst verkündete Fusion mit Didi könnte diesem Trend zumindest in Fernost ein Ende bereiten.

In den USA lässt die Konkurrenz allerdings nicht locker. Allein die Rekrutierung von Fahrern, um den US-Wettbewerber Lyft zu verdrängen, verschlinge Millionen, so Bloomberg. Doch dadurch habe man zumindest das Buchungsvolumen steigern können – von 3,8 auf mehr als 5 Milliarden Dollar.

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In Europa ist die Situation keineswegs entspannter. Gett, Blacklane und Mytaxi formieren sich gegen den US-Konkurrenten. Erst Anfang des Monats bekam der Limousinen-Service Blacklane ein zweistelliges Millioneninvestment. Im Mai investierte VW in das israelsische Startup Gett und verkündete wenig später, dass man auch auf dem deutschen Markt aktiv werden wolle. Hierzulande, als dem größten europäischen Markt, hatte sich Uber wegen fehlender Fahrlizenzen von Anfang an schwer getan.

Ob sich die aggressive Firmenpolitik mit Rabattaktionen dennoch bezahlt machen wird, ist noch nicht abzusehen. Vor allem weil Uber schon das nächste Bezahl-Modell erprobt: eine Flatrate. In San Francisco teste das Unternehmen gerade, ein Kontingent von Fahrten für dichtbefahrene Gebiete anzubieten, heißt es bei Business Insider. Damit wolle man auch den öffentlichen Verkehrsmitteln Konkurrenz machen. Für zwei Dollar könne über UberPool eine Kurzstrecke mit anderen Mitfahrern gebucht werden, was günstiger als eine Fahrt mit dem Bus sei, so CNN Money. Wer den ganzen Rücksitz für sich alleine will, könne auch über UberX eine Flat für sieben Dollar buchen.

Bild: Getty Images / David Ramos