Naga-Gründer Benjamin Bilski wollte 2018 19 Millionen Euro umsetzen.
Naga-Gründer Benjamin Bilski wollte 2018 19 Millionen Euro umsetzen.

Das Hamburger Fintech Naga veröffentlicht in den kommenden Tagen seinen Konzernabschluss für das Jahr 2018. Schon vorab hat das Startup nun angekündigt, seine Prognosen nicht erfüllt zu haben. 

Das Ebitda (Gewinn vor Abzug von Zinsen, Steuern und Abschreibungen) ist demnach nicht nur „leicht gefallen“, wie im Konzernabschluss 2017 angekündigt wurde, sondern massiv. Laut vorläufiger, ungeprüfter Zahlen lag Nagas Ebitda 2018 bei 300.000 Euro – also 2,6 Millionen Euro unter dem Ebitda von 2017. Auch das Gesamtergebnis (der Gewinn nach Abzug der Abschreibungen, Aufwendungen und Steuern) sollte laut Prognose ebenfalls nur „gering fallen“. Tatsächlich lag es 2018 bei minus vier Millionen Euro und damit 1,8 Millionen Euro unter dem Ergebnis von 2017.  

Erst vor Kurzem hatte Naga angekündigt, auf Sparkurs zu gehen. Man wolle „mehrere Hunderttausend Euro monatlich“ einsparen, sagte Naga-Gründer Benjamin Bilski gegenüber Gründerszene. Ein Teil der Mitarbeiter wurde aus diesem Grund entlassen. Zeitgleich verlegte Naga seinen Hauptsitz von Hamburg nach Zypern. 

Grund: „Erhöhte Risikovorsorge“ 

Grund für die schlechteren Ergebnisse sei eine „erhöhte Risikovorsorge in Form von Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen“, so Naga in einer Mitteilung. Auf Nachfrage von Gründerszene erklärt Bilski, es bestehe „bei einem Teil dieser Forderungen das Risiko, diese nicht oder nicht vollständig realisieren zu können“. 

In seinem Halbjahresbericht 2018 hatte das Fintech Forderungen in Höhe von 6,7 Millionen Euro ausgewiesen. Das seien größtenteils „Forderungen gegenüber unserem Kooperationspartner NDAL“, sagte Bilski damals. Diesem Partner – eine Firma mit Sitz in Belize – verdankte Naga seine hohen Umsätze und das positive Ebitda 2017: Er wickelte Nagas Initial Coin Offering (ICO) ab. Naga beriet die Firma dabei und kassierte für die Beratungsleistungen 2017 mehr als sechs Millionen Euro. 

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Der Aktienkurs sinkt und sinkt 

Zu Umsatzzahlen äußerte sich das Fintech noch nicht. Geplant waren 19 Millionen Euro, an dieser Prognose hielt Bilski auch Ende 2018 noch fest. Die 2015 gegründete Firma verdient ihr Geld mit einer Social-Trading-App, in der die Nutzer mit Aktien, ETFs und Items aus Onlinespielen handeln können. Ende 2018 sprach Bilski von 500.000 Nutzern. 

Der Aktienkurs des seit 2017 börsennotierten Unternehmens sinkt immer weiter. Er liegt momentan bei 85 Cent, die Marktkapitalisierung liegt bei 34,17 Millionen Euro. Ausgabepreis war 2,60 Euro, danach stieg der Kurs auf 19,80 Euro. Seitdem geht es kontinuierlich abwärts.

Bild: Naga