Firmenrechtsschutzversicherung, Haftpflichtversicherung

Versicherungsschutz für Startups

Dass damit auf der einen Seite natürlich die persönliche Vorsorge für die Person des Unternehmers gemeint ist, dürfte klar sein. Mindestens genauso wichtig sollte das Startup sein.

Gerade vielen frisch gegründeten Unternehmen fehlt das Kapital, um zum Beispiel hohe Schadenersatzforderungen zu stemmen. Entsprechende Haftpflichtversicherungen sind daher Pflicht. Es geht aber noch weiter. Denn auch auf Startups warten mitunter juristische Auseinandersetzungen, die zu einer erheblichen Belastung werden können. Wie schnell Existenzgründer in einen Rechtsstreit schlittern, zeigen aktuelle Beispiele.

Deinbus.de im Rechtsstreit mit der Bahn

Zu den wohl aktuellsten Beispielen für Existenzgründungen, die unversehens in eine juristische Auseinandersetzung geraten können, gehört das Startup Deinbus.de (www.deinbus.de). Auf Deinbus.de können sich Interessierte zu Fahrgemeinschaften mit dem Bus zusammenfinden und kommen so quer durch Deutschland.

Der Deutschen Bahn ist dieses Konzept offensichtlich ein Dorn im Auge gewesen und verklagte das Startup. Allerdings scheiterte die Bahn erst kürzlich vor dem LG Frankfurt mit einer Unterlassungsklage. In den Augen der Richter ist das Konzept des Startups aus Offenbach kein Linien- sondern nur Gelegenheitsverkehr. Dennoch: Ohne eine Firmenrechtsschutzversicherung lässt sich ein Rechtsstreit zwischen solch ungleichen Gegnern nur schwer stemmen.

David gegen Goliath oder Amazee gegen Amazon

Deinbus.de ist aber nur ein Beispiel von vielen, das exemplarisch die Bedeutung einer Firmenrechtsschutzversicherung hervorhebt. Obwohl schon etwas älter, ist die Auseinandersetzung zwischen dem Startup Amazee (www.amazee.com) und dem Versandhändler Amazon ein weiterer Beleg dafür, wie wichtig eine Firmenrechtsschutzversicherung im Ernstfall werden kann. Im Jahr 2009 versuchte Amazon, die Eintragung des Startups Amazee in den USA zu verhindern. Es ging in diesem Fall vor allem um die Namensähnlichkeit.

Was kann man aus beiden bereits genannten Beispielen lernen? Einerseits die elementare Bedeutung der Rechtsschutzversicherung. Auf der anderen Seite wird klar, welchen juristischen Risiken im Bereich Marken- und Namensrecht sich ein Startup aussetzen kann.

Apple streitet mit Sector Labs

Insbesondere hier liegt immer wieder der Grund für Prozesse, die etablierte Unternehmen und Marktführer gegen Existenzgründungen führen. Ein weiterer Fall, in dem sich bereits seit einiger Zeit ein Startup und ein Marktführer um Namensrechte streiten, ist die Auseinandersetzung zwischen Apple und Sector Labs. Das Startup bekam Ärger aufgrund der Verwendung des Wortes „Pod“ für eines seiner Produkte.

Der Streitgegenstand war ein Beamer, den Sector Labs unter der Bezeichnung „Video Pod“ auf den Markt bringen wollte, was in den Augen von Apple eine Markenrechtsverletzung darstellt. Für ein Startup sind juristische Auseinandersetzungen dieser Größenordnung eine erhebliche Belastung.

Denn während „Global Player“ und Marktführer ganze Heerscharen an Juristen ins Feld führen, fehlt es Existenzgründern oft an ausreichend Eigenkapital, um Rechtsstreitigkeiten solcher Größenordnung durchzustehen. Schließlich stehen zum Beispiel hinter Deinbus.de kreative Studenten und keine Finanzmagnaten.

Der Weg zur richtigen Firmenrechtsschutzversicherung

Drei Fälle – drei Startups. Die Beispiele zeigen klar und deutlich, welche Risiken am Markt auf Existenzgründungen warten. Es gibt neben dem Patent-, Marken- und Namensrecht noch viele Bereiche mit juristischen Fallstricken. Unternehmensgründer sollten daher nicht nur durch den Abschluss irgendeiner Firmenrechtsschutzversicherung vorsorgen. Vielmehr geht es darum, alle relevanten Risiken einzuschlieflen – angefangen vom Rechtsstreit mit Kunden über Auseinandersetzungen mit Geschäftspartnern oder Lieferanten bis hin zum Prozess mit der Konkurrenz. Andernfalls geht einem Startup schnell die Puste aus.

Der Abschluss einer Rechtsschutzversicherung ist gerade für Existenzgründer ratsam. Da Versicherungsprämien die Einnahme-/Ausgabesituation beeinflussen, muss unter anderem auch die Rechtsschutzversicherung im Businessplan berücksichtigt werden. Für den Abschluss bzw. die Suche nach der passenden Firmenrechtsschutzversicherung gelten folgende Grundregeln.

Immer auf den versicherten Leistungsrahmen achten! Nicht jede Firmenrechtsschutzversicherung deckt zwingend alle juristischen Belange im gewerblichen Alltag ab. Für ein Startup kann so eine gefährliche Versicherungslücke entstehen. Tipp: Am besten legen Existenzgründer eine Liste rechtlicher Risiken an, denen sie nach der Existenzgründung gegenüberstehen. Neben der eigentlichen betrieblichen Tätigkeit kann etwa durchaus die Situation eintreten, dass es zwischen den Existenzgründern und dem Vermieter der Gewerbeimmobilie zum Streit kommt. Die Risikopotenzialanalyse sollte daher umfassend und gründlich sein.

Auf die Höhe des Versicherungsschutzes achten! Juristische Auseinandersetzungen können schnell teuer werden und in die Zehntausende gehen. Experten raten daher zu einem umfassenden Versicherungsschutz auch im gewerblichen Rahmen. Eine Firmenrechtsschutzversicherung muss dieser Anforderung gerecht werden.

Ausschlaggebend für die Beitragshöhe einer Firmenrechtsschutzversicherung sind die Risiken. Letztere verändern sich mit der Branche und der Zahl der Mitarbeiter. Ein Kleinunternehmern muss deshalb niedrigere Prämien aufwenden als ein Mittelständler. Existenzgründer sollten daher vorab den Personalbestand abschätzen und den Versicherungsschutz im Bereich der Firmenrechtsschutzversicherung an sich wechselnde Bedingungen anpassen.

Wichtiger Hinweis

Der vorliegende Beitrag stellt weder eine Rechts- noch Versicherungsberatung dar und ersetzt nicht die Beratung durch einen fachkundigen Experten, bei der die Besonderheiten des Einzelfalls berücksichtigt werden können. Bitte informieren Sie sich über potenzielle Umstände oder holen im Zweifel fachkundigen Rat ein. Eine Haftung wird nicht übernommen.

Bildmaterial: Mconnors