Steuernsparen, Altersvorsorge, Basisrente, Rürup-Rente, Rentenversicherung

Gerade zum Jahresende ist es für viele Gründer interessant, über Möglichkeiten zum Steuernsparen nachzudenken. Hierbei sollte allerdings nicht jedes Steuersparmodell aus dem Bereich „Grauer Kapitalmarkt“ ungeprüft genommen werden, denn einige dieser Angebote halten nicht, was sie versprechen.

Wesentlich sinnvoller ist es, das Steuernsparen mit dem Aufbau der eigenen Altersversorgung zu verbinden. Aber auch als Angebot für die Mitarbeiter bietet sich die Möglichkeit, Steuern zu sparen und die Altersversorgung aufzubauen, an. Die Varianten, die sich insbesondere für StartUp-Gründer eignen, sind die Direktversicherung und die so genannte Basisrente oder auch Rürup-Rente genannt.

Direktversicherung von der Steuer absetzen

Eine Direktversicherung ist ein Bestandteil der „Betrieblichen Altersversorgung“, die von allenMitarbeitern abgeschlossen werden kann. Bis zu 370 Euro monatlich sind möglich – man kann aber auch noch für das ganze Jahr 2010 eine Zuzahlung leisten und ab Januar 2011 monatliche Beiträge.

Von den 370 Euro monatlich, die man maximal aufwenden kann, sind 220 Euro sozialversicherungsfrei (sofern man überhaupt der Sozialversicherungspflicht unterliegt) und die weitern 150 Euro sozialversicherungspflichtig, sofern der Arbeitnehmer die Aufwendung (als so genannte Entgeltumwandlung) tätigt. Der Beitrag zur Direktversicherung ist in voller Höhe steuerfrei – ein Grund, warum der Gesetzgeber die Maximalgrenze von 370 Euro pro Monat bzw. den entsprechenden Jahreswert festgelegt hat.

Als Gründer die Vorteile einer Direktversicherung nutzen

Für Gründer und Firmeninhaber ist es von besonderem Interesse, dass Gesellschafter-Geschäftsführer von GmbHs und UGs – auch wenn sie nicht sozialversicherungspflichtig sind – die Vorteile einer Direktversicherung ebenfalls in Anspruch nehmen können. Die Anlage der Direktversicherung muss in einer Rentenversicherung erfolgen, die jedoch die Möglichkeit, das Kapital bei Renteneintritt in einer Summe ausgezahlt zu bekommen, vorsehen kann; die Leistungen der Rentenversicherung sind steuerpflichtig und ggfs. auch sozialversicherungspflichtig.

Sowohl eine Anlage in einer klassischen Rentenversicherung als auch in einer fondsgebundenen Variante ist möglich; interessant sind auch Angebote, bei der mehrere Lebensversicherer gemeinsam einen so genannten Konsortialvertrag anbieten, da die Stabilität der Erträge nach den bisherigen (langjährigen) Erfahrungen höher ist, als bei einzelnen Versicherungsgesellschaften.

Rürup-Rente – Altersvorsorge für Gründer

Bei einer Basisrente oder auch Rürup-Rente kann man – völlig unabhängig von der Firma – bis zu 20.000 Euro pro Jahr (als Ehepaar, das steuerlich zusammen veranlagt wird, sogar 40.000 Euro pro Jahr) an Beitrag aufwenden und 2010 hiervon 70 Prozent von der Steuer absetzen; bei Aufwendungen in 2011 werden es sogar 72 Prozent sein.

Bei einer Basisrente wird eine lebenslange Rente versichert, die nicht kapitalisiert werden kann. Je nach dem Jahr des Renteneintritts ist die spätere Rente anteilig steuerpflichtig; ab Renteneintrittsjahr 2040 ist die Rente zu 100 Prozent steuerpflichtig. Eine Hinterbliebenenrente kann für den Ehegatten mitversichert werden.

Auch bei der Basisrente, die nach dem früheren Berater der Bundesregierung auch Rürup-Rente genannt wird, ist sowohl eine konventionelle Rentenversicherung als auch eine fondsgebundene Version möglich. Allerdings sollte man bei einer fondsgebundenen Version beachten, dass hier auch Angebote auf dem Markt sind, die keinerlei Garantiewerte beinhalten; hier trägt also der Kunde das volle Anlagerisiko.

Berufsunfähigkeitsrente bei Direktversicherung und Rürup-Rente

Sowohl bei einer Direktversicherung als auch bei einer Basisrente kann man eine Beitragsbefreiung für den Fall der Berufsunfähigkeit versichern; außerdem ist auch eine Rente für den Fall der Berufsunfähigkeit möglich. Die Höhe des Beitrags für eine Berufsunfähigkeitsrente richtet sich sehr stark nach dem ausgeübten Beruf; ein Schreiner muss beispielsweise mit zirka dem 5-Fachen eines Rechtsanwaltes an monatlichem Beitrag für die gleiche Rente rechnen.

Die Möglichkeiten, die der Gesetzgeber bietet, Steuern zu sparen und die eigene Altersversorgung aufzubauen, sollte man nutzen. Gerade zum Jahresende lohnt es sich, die eigene steuerliche Situation zu betrachten.

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Bildmaterial: Bboomerindenial