Till Neatby, Mitgründer von Marley Spoon, kocht mit der Gründerszene-Redakteurin Jana Kugoth in der hauseigenen Testküche.

Das Berliner Startup Marley Spoon hat 2018 mehr Geld verbrannt als angenommen. Maximal minus 34 Millionen Euro sollten am Ende des Jahres beim Ebit stehen. Im Börsenprospekt, den das Startup im Juni veröffentlicht hat, rechnete Marley Spoon sogar nur mit rund minus 25 Millionen Euro. Tatsächlich lag das Betriebsergebnis aber bei minus 36 Millionen Euro. 2017 lag der Verlust bei nur etwa 28 Millionen Euro. 

Zumindest die Umsätze haben sich im Vergleich zum Vorjahr verbessert. 2018 nahm das Startup von Fabian Siegel und Till Neatby 92 Millionen Euro ein, 78 Prozent mehr als 2017. Da waren es noch 53 Millionen Euro. Laut Börsenprospekt waren 93 Millionen Euro anvisiert.

Marley Spoon ist im Juli 2018 an die Börse in Sydney gegangen. Die vergleichsweise guten Zahlen in Australien sind der Grund, warum das Berliner Startup nicht in Frankfurt den Sprung aufs Parkett wagte. Rund 46 Millionen Euro (70 Millionen Dollar) spülte der IPO in die Kasse. Im Juli 2018 lag der Wert der ausgegebenen Aktie bei 1,42 australischen Dollar, fiel im Januar auf nur 0,34 Dollar. Mittlerweile hat sich der Kurs leicht erholt, stieg seit der Bekanntmachung am Dienstag um bis zu 25 Prozent und lag am Mittwochmittag bei 0,57 Dollar (11.30 Uhr).

Eigentlich will Marley Spoon im nächsten Jahr profitabel werden. Doch scheinbar reicht das Geld aus dem Börsengang nicht, um diesem Ziel einen Schritt näher zu kommen. Daher haben Neatby und Siegel Fremdkapital in Höhe von rund 22 Millionen Euro aufgenommen.

Rund zehn Millionen Euro kommen demnach in Form eines Überbrückungskredits von zwei Fonds des US-Wagniskapitalgebers Union Square Ventures. Stimmen die Gesellschafter bei einer Versammlung im März zu, kann der Kredit im Rahmen einer Wandelschuldverschreibung später in Aktien umgewandelt werden. Weiterhin hat Marley Spoon einen Kredit über 2,5 Millionen Euro von der Berliner Volksbank bekommen und stockt damit seinen bisherigen Kredit von der Rocket-Internet-Gesellschaft Moneda über 6,7 Millionen Euro auf. Weitere 2,6 Millionen Euro verspricht sich das Startup durch einen Leasing-Vertrag seines Equipments.

Hier arbeiten und kochen die Marley-Spoon-Mitarbeiter

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Bild: Chris Marxen / Headshots.de