Frank Steuer (links) und Jens Wohltorf sind die Chefs von Blacklane.

London, Brüssel, Paris. Überall protestieren Taxifahrer heftig gegen Uber, das US-amerikanische Mobilitätsunternehmen, das mehr als 50 Milliarden Dollar wert sein soll. 2009 in San Francisco gegründet, sorgt Uber seit einiger Zeit bei seiner Expansion nach Europa für Aufruhr. In Deutschland überziehen Taxiverbände das Unternehmen mit einer Klage nach der anderen, der Dienst operiert momentan nur noch in Berlin und München.

Ganz anders das deutsche Startup Blacklane aus Berlin. Das mögen Taxifahrer zwar auch nicht sonderlich. Aber das Unternehmen hält sich in Deutschland an jene Gesetze, die Uber Probleme machen. So hat beispielsweise jeder Fahrer des Limousinenservices eine Lizenz. Uber arbeitet nach eigenen Angaben seit Mai 2015 auch nur noch mit lizenzierten Chauffeursunternehmern und Fahrern mit Personenbeförderungsschein zusammen. Außerdem respektiert Blacklane die sogenannte Rückführungspflicht. Nach einer Fahrt müssen die Wagen an den Betriebssitz zurückgebracht werden.

„Regulierte Ineffizienz“, nennt Blacklane-Gründer Frank Steuer das. Aber: „Im regulierten deutschen Markt zu starten, ist eine gute Lektion.“ In anderen Expansionsmärkten sei es im Zweifel leichter, da die Gesetze vor Ort mehr Raum für neue Geschäftsmodelle lassen. Mittlerweile können Kunden in 180 Städten den Blacklane-Service über die App oder die Webseite buchen.

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Das Startup hat Frank Steuer im Jahr 2011 gegründet, gemeinsam mit seinem Studienfreund Jens Wohltorf. Der arbeitete zuvor als Berater in Chicago. „Ich war sehr oft auf Geschäftsreisen. Dabei fiel mir auf, dass der Transport in Taxis oder gehobenen Fahrdiensten immer sehr umständlich war. Das hat mir den Montagmorgen und Freitagabend schon sehr verleidet.“

Blacklane soll die Lösung sein. Heute hat das Unternehmen 200 Mitarbeiter und ein riesiges Büro in Berlin-Schöneberg. Die Räume fassen bis zu 1000 An-
gestellte. Die Gründer rechnen damit, dass die Marke 2018 erreicht werden kann. Man wachse mit etwa 20 Prozent monatlich. „Das Skalierungspotenzial war noch größer, als wir am Anfang angenommen haben“, sagt Frank Steuer. „Kunden, die in einem Land mit Blacklane zum Flughafen fahren, möchten gern mit demselben Service im Zielland weiterreisen.“

Preislich sei das Mietwagenunternehmen durchaus konkurrenzfähig: So seien die Blacklane-Limousinen bei Flughafen-Transporten beispielsweise in London oder Paris günstiger als die Taxen vor Ort. Das Startup hat finanzstarke Geldgeber im Rücken, die gemeinsam zweistellige Millionenbeträge in Blacklane investiert haben. Dazu gehören der Automobilkonzern Daimler über seine Tochter Moovel und der umstrittene Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer mit seiner Investmentfirma Alstin. Zuletzt beteiligte sich das japanische Recruit Strategic Partners im Oktober 2014 an dem Startup – zu einer Unternehmensbewertung in dreistelliger Millionenhöhe.

Der größte Markt für das Berliner Startup sind mittlerweile die USA, noch vor Deutschland. Die längste Blacklane-Fahrt fand allerdings in Indien statt: Von der Hauptstadt Delhi ging es bis ins mehr als 1500 Kilometer entfernte ostindische Digha. 20 Stunden hat diese Tour gedauert. Die kürzeste Reise mit einer Blacklane-Limousine ereignete sich in Stuttgart. Ein Gast ließ sich mit dem georderten Fahrzeug vom Flughafen bis zu seiner Unterkunft, dem Mövenpick-Hotel, kutschieren. Die Distanz: vier Meter.


So sieht das Büro von Blacklane in Berlin-Schöneberg aus:

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Dieser Teil des Dachgeschosses wurde kürzlich erst fertiggestellt. Von hier aus blickt man auf die anderen Teile des Büros.

Bild: Michael Berger / Gründerszene