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Es war ein aufregendes Jahr für das Team von Contentful. In den vergangenen Monaten konnte das Software-Startup aus Berlin mehr als zehn Millionen US-Dollar von namhaften Investoren einsammeln, eröffnete eine Niederlassung in den USA und stellte Dutzende neue Mitarbeiter ein.

Die Entwicklung begann im Herbst 2015: Das Startup, das ein Content-Management-System für Entwickler anbietet, begann eine Finanzierungsrunde zu organisieren. Einige Monate später konnte das Team um Gründer Sascha Konietzke mit seiner Software zwei namhafte Investoren aus dem Tech-Hub Silicon Valley überzeugen: Benchmark Capital und Trinity Ventures. Es flossen 13 Millionen Dollar.

06 – CONTENTFUL

Wachstumsrate: 646%
Gründungsjahr: 2011
Firmensitz: Berlin
Branche: Software
Webseite: www.contentful.com

Ebenfalls an der Finanzierung beteiligt waren der Berliner VC Point Nine Capital und der Londoner Investor Balderton Capital. Beide Geldgeber unterstützen Contentful bereits seit Anfangszeiten.

Doch bevor es zu der Beteiligung kam, habe das Team von Benchmark die Bücher von Contentful genauestens geprüft. Das erzählt Marketing-Chef Chris Schagen im Gespräch mit Gründerszene. Dabei seien Kundenbeziehungen, Verträge und Buchhaltung durchgeschaut worden – die Investoren wollten sichergehen, dass alle Informationen des Teams von Contentful stimmten, sagt Schagen: „Denn es ist ja durchaus schon in der Branche vorgekommen, dass Darstellung und Wirklichkeit erheblich voneinander abweichen und unschöne Überraschungen auftauchen“, gibt er zu bedenken.

„Letztlich ist eine Finanzierung kein Grund zu feiern“

Der im Silicon Valley ansässige Investor Benchmark ist für seine Investments in die Stars der Startup-Szene bekannt, einige von ihnen weisen Bewertungen im zweistelligen Milliarden-Bereich auf: so zum Beispiel das Coworking-Startup WeWork, der Chauffeurdienst Uber oder das soziale Netzwerk Snapchat. Doch Schagen steigt die Unterstützung des namhaften VCs offenbar nicht zu Kopf: „Letztlich ist eine Finanzierung kein Grund zu feiern“, glaubt er. „Man bekommt zwar die Mittel, um seinen Wachstumsplan umzusetzen, aber man legt die Messlatte für den benötigten Erfolg auch deutlich höher.“

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Somit richtet sich das 2011 gestartete Startup zielstrebig aufs Wachstum aus. Bevor das Geld floss, sei das Startup beinahe profitabel gewesen, sagt Schagen. Einen genauen Umsatz möchte er nicht nennen. Nur so viel: Man sei nicht mehr weit von der Zehn-Millionen-Dollar-Marke entfernt. Doch der Fokus liege derzeit nicht auf schwarzen Zahlen: „Das frische Geld aus der Finanzierung erlaubt uns, das Gaspedal richtig durchzudrücken und erheblich in den Ausbau unseres Teams zu investieren.“

Starker Stellenaufbau

Dazu gehört auch eine Niederlassung in den USA: 2016 eröffnete Contentful ein Büro in San Francisco. Obwohl das Startup bereits vorher den Großteil seines Umsatzes in den Vereinigten Staaten gemacht hatte, ermöglichte die Finanzierung erst jetzt diesen Schritt. Zudem stellte das Startup in den vergangenen Monaten massiv Mitarbeiter ein: Mittlerweile arbeiten nach eigenen Angaben 90 Leute für Contentful, Anfang 2016 waren es noch 40.

Mit dem Wachstum des Unternehmens und dem Einstieg der namhaften Investoren nimmt auch der Druck zu, der auf dem Startup lastet. „Wenn man sich einen Investor mit ins Boot holt, der mindestens zehnmal sein Geld wieder reinholen will, muss man sich im Klaren sein, was das bedeutet“, mahnt Schagen. Nur extremes Wachstum ermögliche solche Renditen. Wenn man nicht mit dem Druck klarkomme, solle man besser erst gar nicht nach Geld fragen, findet er: „Denn die Wachstumsfantasie ist letztlich genau das, was man verkauft.“

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Bild: Contentful; Hinweis: Der Axel Springer Verlag ist Kunde von Contentful und Gesellschafter der Vertical Media GmbH, dem Medienhaus von Gründerszene. Weitere Informationen zur Vertical Media GmbH hier:www.vmpublishing.com.