Pickawood-Chef Henry Fleischer

Henry Fleischer sagt von sich selbst, er sei ein Fan von Onlinehandel mit greifbaren Produkten. Das sollte er auch sein, denn das Unternehmen, das er führt, arbeitet nach genau diesem Prinzip.

Fleischers Unternehmen heißt Pickawood, sitzt in Hamburg und vertreibt Holzmöbel nach Maß – Regale, Schränke, Tische oder Sideboards, die Kunden nach eigenem Geschmack auf der Seite zusammenstellen. Höhe, Breite und Tiefe sind frei wählbar. Messen müssen sie selbst.

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Pickawood wirbt damit, die Stücke kostenfrei bis an ihren Bestimmungsort zu liefern. Die Idee zur Möbel-Maßanfertigung hatte die gebürtige Polin Izabela Kloth. Mit ihrem Onlineshop wollte sie eine Alternative zu stationären Tischlereien schaffen, die solche Aufträge normalerweise entgegennehmen. Zusammen mit zwei Gesellschaftern gründete Kloth 2012 die Pickawood GmbH. Henry Fleischer wurde im Folgejahr zum Geschäftsführer bestellt.

Die Idee ist nicht neu

Das Rad erfanden Kloth und ihre Mitgründer mit Pickawood natürlich nicht neu: So ist zum Beispiel der Anbieter DeinSchrank.de bereits seit 2010 in demselben Marktsegment aktiv. Von Wettbewerbern wie diesem – auch Meine Möbelmanufaktur und Schrankwerk zählen dazu – will sich Pickawood abgrenzen, indem es die einfache Bedienbarkeit des Konfigurators und persönlichen Kontakt verspricht.

Platz Nummer 15: Pickawood GmbH

„Klar gibt es Überschneidungen“, räumt Henry Fleischer ein. „Wir sind aber besonders in der Produktberatung gut aufgestellt, helfen zum Beispiel über WhatsApp und einen Live-Chat. Wir wollen für unsere Kunden auf allenmöglichen Kanälen erreichbar sein. Da orientieren wir uns an klassischen Tischlereien.“ Selbst physisch könnten die Kunden mit den Produkten in Kontakt kommen, in einem Showroom im Hamburger Stadtteil Hamm.

Produktion im Ausland

Auch die Unternehmenszentrale befindet sich in Hamburg. Die Produktion dagegen ist ausgelagert, an „ausgewählte Tischlereien“. Auf Nachfrage erklärt Fleischer, dass sich die Produktionsstätten im Ausland befänden, unter anderem in Polen: aus Kostengründen.

Im kommenden Jahr will Pickawood in internationale Märkte expandieren. Außerdem soll die Produktpalette erweitert werden, und man plant, in den B2B-Markt einzusteigen. Dann würde Pickawood verstärkt Ladengeschäfte und Büros ausstatten und damit in ein Segment vordringen, in dem das Startup bislang kaum in Erscheinung getreten ist.

Crowdfunding gab Geld

Stolz erklärt Fleischer, dass Pickawood seit 2014 Gewinn mache. Vorher sei das Unternehmen fast komplett eigenfinanziert gewesen. Ende 2014 habe eine Crowdfunding-Kampagne zusätzliche 250.000 Euro in die Kassen gespült. Das Geld wurde und wird laut Fleischer in das Unternehmenswachstum investiert.

Seine Konkurrenz behält Pickawood genau im Auge. Denn die fertigt zum Teil nicht nur Holzmöbel auf Bestellung, sondern beispielsweise auch Sofas oder Einbauschränke. Pickawood soll nicht mehr allzu lange hinterherhinken: „Ich glaube, dass die Nachfrage nach funktionellen Möbeln mit gutem Design steigen wird. Da liegt es für uns nahe, auch andere Möbelgruppen zu erschließen.“


Übersicht: Die Top Ten des Gründerszene-Rankings

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1. Platz: Das Berliner Startup KW-Commerce verkauft Elektronikzubehör. Die Studienfreunde Jens Wasel (links) und Max Kronberg haben das Unternehmen 2012 gegründet. Wachstumsrate: 2.307 Prozent.

Bild: Michael Berger / Gründerszene