travador

Thomas Bender, Johannes Sehring, Dennis Burmeister und Thorsten Schröppe von Travador

Bluttest im Wohnzimmer

Ein paar Tropfen Blut reichen aus, um Nahrungsmittelunverträglichkeiten festzustellen. Davon ist auch Cerascreen überzeugt. Das Schweriner Startup verkauft Test-Kits, die etwa Allergien diagnostizieren sollen. Anders als beim spektakulär gefallenen US-Startup Theranos, das eigene Tests entwickelte, entnimmt der Kunde selbst die Blut-, Urin- oder Speichelprobe und verschickt sie. Untersucht wird das Blut von einem herkömmlichen Labor, mit dem Cerascreen zusammenarbeitet. Wenige Tage später kann der Kunde die Ergebnisse online einsehen.

Einige Ärzte kritisieren Cerascreen und seine Wettbewerber dennoch: Insbesondere wenn es um Unverträglichkeiten gehe, die schwerer nachweisbar sind als Allergien, seien die Resultate nicht aussagekräftig. Gesunde Kunden würden zur Mangelernährung bewegt, heißt es. Cerascreen selbst vergleicht die Bluttests mit der Herzfrequenzmessung durch eine Pulsuhr und versichert: „Im Falle einer Krankheit verweisen wir unsere Kunden immer an den zuständigen Arzt.“

38 – Cerascreen

Wachstumsrate: 151 %
Gründungsjahr: 2013
Firmensitz: Schwerin
Branche: Health & Fitness
Webseite: www.cerascreen.de

Der Robo-Investmentberater

Profitable Fintechs sind selten. Im vergangenen Frühjahr war Fincite aus Frankfurt am Main laut einer Recherche des Wirtschaftsmagazins Capital das einzige von mehr als 20 befragten Finanz-Startups, das Geld verdiente. Fincite hat etwa für die Deutsche Bank einen Algorithmus entwickelt, der Kunden auf Wunsch Wertpapiere empfiehlt, Portfolien überwacht und Sparpläne anlegt. Solche Whitelabel-Produkte erarbeitet Fincite auch für andere Banken. Das B2B-Unternehmen beschäftigt insgesamt rund 60 Mitarbeiter, 50 davon sind Entwickler.

39 – Fincite

Wachstumsrate: 149 %
Gründungsjahr: 2011
Firmensitz: Frankfurt am Main
Branche: Fintech
Webseite: www.fincite.de

Reiseplaner fürs Wochenende

Der Eintritt ins Disneyland, dazu zwei Nächte im Hotel: Mit Angeboten wie diesem wirbt das Münchner Kurzreiseportal Travador. Statt einzelner Übernachtungsangebote werden hier fertig geschnürte Erlebnispakete verkauft, die dann etwa ein Sekt-Frühstück, die Nutzung des Wellness-Bereichs oder Eintrittskarten für Freizeitparks beinhalten. Den Kunden soll das gegenüber reinen Hotelbuchungsplattformen einen Mehrwert bieten. Seit Ende 2014 ist die Sendergruppe ProSiebenSat.1 im Rahmen eines Werbeplatz-Deals an Travador beteiligt.

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Travador gibt an, in diesem Jahr erstmals schwarze Zahlen geschrieben zu haben. Das könnte auch daran liegen, dass die Mitarbeiterzahl in den letzten Jahren reduziert wurde: Aktuell beschäftigt das Portal 45 Mitarbeiter, zu Hoch-Zeiten waren es um die 80. Travador wurde 2012 von den CityDeal-Mitgründern und späteren Groupon-Geschäftsführern Sebastian Schmidt und Thorsten Schröppe gegründet. Online ging die Seite im Jahr darauf.

Anfangs warben dort noch Prominente für Last-Minute-Angebote. Inzwischen kommt das Portal ohne Testimonials aus und konzentriert sich auf längerfristig buchbare Kurz- und Wochenendreisen. Im Herbst 2015 kam Johannes Sehring in die Geschäftsführung, Sebastian Schmidt verließ Travador dann im vergangenen Oktober. Das Kurzreiseportal konkurriert unter anderem mit Travelcircus aus Berlin, das sich allerdings auf verbilligte Luxus-Reisepakete spezialisiert hat.

40 – Travador

Wachstumsrate: 137 %
Gründungsjahr: 2012
Firmensitz: München
Branche: Advertising & Marketing
Webseite: www.travador.com

Bild: Travador