Das ist der begrünte Innenhof von RankingCoach aus Köln. Das Startup belegte in unserem Ranking der am schnellsten wachsenden Digitalunternehmen Platz 6.

Wie schafft es eine Firma eigentlich, bei Suchmaschinen unter den Top-Ergebnissen angezeigt zu werden? Diese Frage ist wichtig – ein Restaurant beispielsweise wird dann deutlich schneller gefunden und kann mehr Gäste anlocken. Das zeigt eine Studie von Google mit dem Titel „Understanding Consumers’ Local Search Behavior“ vom Mai 2014: Etwa die Hälfte derer, die bei Google nach einem lokalen Geschäft suchten, statteten dem Laden in den nächsten 24 Stunden auch einen Besuch ab.

Das Kölner Startup RankingCoach will seinen Unternehmenskunden helfen, bei Google und Co. besser gelistet zu werden. Die Software des Jungunternehmens zeigt Schritt für Schritt per Textanleitung und Video, wie das geht. Firmen können zum Beispiel ihre Webseite verbessern: Unter anderem schlägt die Software Begriffe vor, die Internetnutzer in Suchmaschinen eingeben und die zum Geschäft des Unternehmens passen könnten. Dann wird gezeigt, wie diese Begriffe in die Meta-Daten der Webseite integriert werden können. So wird die Webseite des Unternehmens bei passenden Suchanfragen schneller gefunden. Jede Woche gibt es noch eine Zusammenfassung: Die zeigt, inwieweit sich die eigenen Ergebnisse verbessert haben – und wie sich die Konkurrenz entwickelt hat.

Die Nutzer von RankingCoach zahlen Abo-Gebühren für die Software. 30 Dollar kostet das Standard-Paket monatlich. Für eine umfassendere Agentur-Version sind 130 Dollar fällig. Die Agenturen können damit ihre kleineren Unternehmenskunden für Suchmaschinen optimieren. Außerdem können Firmen als Partner von RankingCoach die Software verkaufen: Sie zahlen eine Gebühr an das Startup und bieten die Software anderen Unternehmen an. Das nutzen zum Beispiel die Deutsche Telekom und Strato.

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„Etwa 90 Prozent der Software-Nutzer kommen über diese Kanäle“, sagt RankingCoach-Geschäftsführer Daniel Wette, der RankingCoach zusammen mit Thomas Meierkord und Marius Gerdan gründete. Da die Partner die Software günstiger und zum Teil mit eingeschränkten Funktionen vertrieben, käme aber nur etwa die Hälfte des Umsatzes aus dem sogenannten Reseller-Geschäft mit den Partnern. „Im Jahr schreiben wir mittlerweile Umsätze in Millionenhöhe“, so Wette.

Das Startup ist eine Ausgründung der Online-Marketing-Firma Fairrank, die Daniel Wette ebenfalls mitgründete. Anfang 2015 verkaufte er Fairrank dann an den Nürnberger Gelbe-Seiten-Verlag Müller Medien – für eine „deutlich“ siebenstellige Summe. Es war nicht der erste Exit für Wette: Der Gründer veräußerte bereits vor zehn Jahren seine erste kleine Werbeagentur.

Nach dem Verkauf von Fairrank diesen Februar haben die Investoren einen großen Teil der Erlöse in das neue Unternehmen RankingCoach gesteckt. Die Geldgeber sind renommiert: DuMont Venture, die KfW und das Schweizer Family Office Wecken und Cie.

Worauf Wette in Zukunft Wert legen wird, steht mit dem Verkauf von Fairrank fest: Der Geschäftsführer trennte sich von der Dienstleistungssparte des Online-Marketings und konzentriert sich auf Softwarelösungen. Die neue Plattform RankingCoach gibt es heute bereits in 18 Ländern, über 40 Mitarbeiter beschäftigt das Startup. Das große Ziel für dieses Jahr: der Launch in Russland, Indien, Japan, Indonesien und Australien.

Bild: RankingCoach