Ein Fan ist nicht gleich ein Fan. Ein richtig guter Fan liked, postet, teilt, hated, kommentiert – und verstärkt so die Botschaft eines Unternehmens in den sozialen Netzwerken. „Früher glaubten viele, dass das Ziel im Social-Media-Marketing darin bestehe, so viele Fans wie möglich zu sammeln“, sagt Stephan Eyl. Damals habe man Anhänger in sozialen Netzwerken entweder direkt über entsprechende Firmen oder indirekt über Gewinnspiele eingekauft. „Inzwischen haben die meisten Unternehmen erkannt, dass es viel wichtiger ist, aktiv mit den Fans zu interagieren.“

Eyl ist der Gründer der Berliner Uphill GmbH, besser bekannt als Macher von Fanpage Karma. Das Startup hat eine Plattform entwickelt, mit deren Hilfe Unternehmen ihren Erfolg in den sozialen Medien messen können. Sie sehen zum Beispiel, zu welcher Tageszeit die meisten Fans ihre Seite besuchen und welche Inhalte besonders oft geteilt werden. Darüber hinaus erhalten sie Tipps, welche Themen am meisten geklickt werden und wie sie Inhalte am besten aufbereiten.

Anzeige
Begonnen damit haben Eyl und sein Co-Gründer Nicolas Graf von Kanitz im Jahr 2012. Da gab es ihre Softwarefirma Uphill GmbH schon seit drei Jahren, und eigentlich hatten sie ganz andere Pläne: In der Gründerwerkstatt der Beuth Hochschule in Berlin bastelten sie am Online-Brainstorming-Tool Tricider. „Im Kontakt mit Kunden und Agenturen wurde uns bewusst, dass Facebook und Co. von vielen Unternehmen noch gar nicht verstanden wurden“, sagt der 35-Jährige. Dabei verfügte damals schon mehr als jeder vierte Deutsche über ein eigenes Profil. Weltweit hatte Facebook bis Ende 2012 mehr als eine Milliarde Nutzer um sich geschart. „Da bestand riesiges Potenzial.“

Also ließen die beiden Gründer die Arbeit an Tricider vorerst ruhen und widmeten sich ganz der Arbeit an Fanpage Karma. Sie entwickelten einen Algorithmus, führten erste Analysen durch und kontaktierten Firmen, um ihnen die Ergebnisse vorzustellen. Schon innerhalb weniger Monate hatten sie ihren ersten Kunden. Nun mussten sie sich entscheiden: Weitermachen oder lieber wieder auf das alte Projekt besinnen? Sie entschieden sich für Ersteres.

Platz Nummer 13: Uphill GmbH

Seitdem ist das Unternehmen kräftig gewachsen. Rund 400.000 Profile analysiert das Startup täglich, vor allem bei Facebook, Twitter und Youtube. „Die größte Herausforderung ist es, immer technologisch auf der Höhe zu bleiben“, sagt Eyl. Da sich auch Facebook und Co. ständig veränderten, müssten die Schnittstellen und das Tool kontinuierlich weiterentwickelt werden. Mehr als 1.200 Verbesserungen zählt er in den vergangenen drei Jahren. Finanziert wurde das Wachstum aus den eigenen Umsätzen, ein Investor war bisher nicht nötig.

Die Kunden von Fanpage Karma sitzen auf der ganzen Welt, etwa in Indien, Singapur, Deutschland und in den USA. „Gerade die amerikanischen Firmen wollen in allen sozialen Netzwerken vorn mit dabei sein. Für uns ist das gut: Es zwingt uns, innovativ zu sein.“ Deutsche Firmen seien dagegen meist zurückhaltender. In den nächsten Monaten will das inzwischen zehnköpfige Team das Analyse-Tool weiter ausbauen und noch mehr Kunden gewinnen, vor allem in Asien sowie Nord- und Südamerika. Zudem entwickeln die Gründer derzeit ein neues Social-Media-Projekt. „Im nächsten Jahr werden wir damit auf den Markt gehen“, sagt Eyl. Mehr will er noch nicht nicht verraten.


Übersicht: Die Top Ten des Gründerszene-Rankings
Zur Galerie

1. Platz: Das Berliner Startup KW-Commerce verkauft Elektronikzubehör. Die Studienfreunde Jens Wasel (links) und Max Kronberg haben das Unternehmen 2012 gegründet. Wachstumsrate: 2.307 Prozent.

Bild: Uphill