Sebastian Kaatz (links) und Igor Simonow, die Gründer von HolidayPirates. Das Unternehmen aus Berlin belegt im Gründerszene-Ranking der am schnellsten wachsenden Unternehmen Platz 8.

Fünf Tage Algarve für 60 Euro – Hotel, Flüge und Mietwagen inklusive: Solche Angebote präsentiert das Reiseschnäppchen-Portal Urlaubspiraten seinen Lesern.
An denen mangelt es Urlaubspiraten nicht: Nach eigenen Angaben verzeichnet die Seite im Monat 6,85 Millionen Besuche, auf Facebook folgen der Seite etwas über 4,3 Millionen Menschen.

Was macht die Reisen so günstig? Natürlich haben die allermeisten von ihnen einen kleinen Haken. So gelten zum Beispiel die niedrigen Flugpreise in vielen Fällen nur bei Abflügen im europäischen Ausland, weil dort häufig die Luftverkehrsabgabe wegfällt. Es gibt relativ viele Gabelflüge, bei Billig-Airlines ist meist nur das Handgepäck im angegebenen Preis inbegriffen. Dazu kommt, dass die Reiseter-mine nicht immer in der Hauptsaison liegen, auf Wochentage und in die Schulzeit fallen. All das drückt den Preis nach unten – und bringt Urlaubspiraten eine bestimmte Zielgruppe. „Bei uns buchen vor allem Menschen,
die zeitlich flexibel sind und sich auf keine Destination festgelegt haben“, sagt eine Sprecherin.

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Die Geschichte hinter der Seite: Urlaubspiraten-Gründer Igor Simonow (30) hatte während seines Studiums die Welt bereist. Leisten konnte er sich das, weil
er sich zur richtigen Zeit clevere Routen und Reisetermine im Internet zusammengestellt hatte. Freunde und Bekannte machten Simonow darauf aufmerksam, dass von seinen Buchungstricks auch andere profitieren könnten. Schließlich habe nicht jeder die Zeit, endlos auf Reise- und Hotelportalen zu recherchieren. Daraufhin startete Simonow ein Blog, im dem er fortan die interessantesten Angebote auflistete. Das war 2011. Der Erfolg seines Projekts bestätigte
die Prognosen aus Simonows Freundeskreis. 2012 gründete er zusammen mit Sebastian Kaatz die HolidayPirates GmbH, die seitdem in Partnerschaft mit dem E-Commerce-Inkubator Six Minutes Media betrieben wird.

Noch heute steckt hinter der Angebotsauswahl mehr Mensch als Algorithmus: Die Pakete werden manuell zusammengestellt und eingepflegt. Eine Gruppe von „Travel-Geeks“, wie Simonow sie bezeichnet, sucht nach den Angeboten. Ihre Empfehlungen sehen die Nutzer auf der Startseite, im Blog-Layout. Hier werden sie per Link auf die jeweiligen Buchungsseiten gelotst, das bringt den Urlaubspiraten Affiliate-Einnahmen. Über die Internet-Booking-Engine kann man selbst nach Reisen
suchen und direkt auf der Seite buchen, was die zweite Einnahmequelle darstellt. Und dann besteht noch die Möglichkeit, einer Community, in der auch
Offline-Reisebüros vertreten sind, individuelle Reiseanfragen zu stellen. Die Gemeinschaft antwortet auf solche Anfragen mit Deal-Vorschlägen.

Die Gruppe der „Travel-Geeks“, also der Angebotssucher, besteht laut Urlaubspiraten-Sprecherin aus reiselustigen Menschen aus den unterschiedlichsten Be-
reichen, darunter Wirtschaft, Tourismus, Journalismus. Die HolidayPirates GmbH pflegt Internet-Auftritte in elf europäischen Ländern, beschäftigt 65 Mitarbeiter am Standort Berlin und weitere 20 im Ausland.


So sieht es bei den Urlaubspiraten in Berlin aus:

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Der Büro-Eingang zu den Urlaubspiraten: Das Firmenlogo ist übrigens eine Mischung aus Papagei und Wegweiser.