Global Daily Deal Association

Das Vertrauen in die Couponing-Sparte sinkt – sowohl auf Unternehmer- als auch Verbraucherseite. Kurseinbrüche wie die von Branchen-Riese Groupon verstärken kritische Stimmen zur Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells. Die Initiative Global Daily Deal Association (GDDA) will nun die Größen der Daily-Deal-Branche an einen Tisch bringen, um Wege aus der Krise aufzuzeigen. Stavros Prodromou, Leiter der GDDA, im Interview.

Hallo Stavros, stelle dich bitte kurz vor:​

Hi, momentan leite ich die Global Daily Deal Association (www.gdda.co.uk). Eine Initiative um die Couponing-Industrie zusammenzubringen, mit dem Ziel den Unternehmern und Verbraucher besser über die Branchenpraxis aufzuklären.

Ich habe meinen Sitz in London, komme aber aus Deutschland.

Bevor wir zu dem Thema GDDA kommen. Das grundsätzliche Geschäftsmodell des Group-Buying steht unter ständiger Kritik. Der unglückliche Börsengang Groupons ist für viele eine Bestätigung dieser Annahme. Wie begegnest du diesen Kritikern?​

Ich denke, dass wir gerade einige Erfolgsgeschichten sehen und noch sehen werden. Vor allem in Europa.

Erst kürzlich gab es einige Finanzierungen wie die von iEurope in KupiMe.hr mit 3,7 Millionen US-Dollar in Kroatien und Bownty.com mit 500.000 Euro von Seedcapital in Dänemark.

„Natürlich werden dadurch einige Deals nicht zustande kommen, der Prozess hilft aber die Qualität zu steigern und auf Nachaltigkeit zu setzen.“

Solange man versucht die Unternehmen/Partner aufzuklären und es schafft gewisse Standards mit einzubeziehen kann man schlechte Erfahrungen minimieren.  Natürlich werden dadurch einige Deals nicht zustande kommen, der Prozess hilft aber die Qualität zu steigern und auf Nachaltigkeit zu setzen.

Am Ende ist das Ziel jedes Anbieters, sei es die Couponing-Plattform oder der Unternehmer, dem Konsumenten eine gute Produkt- und Serviceerfahrung zu einem günstigeren Preis anzubieten.

Wie und warum wurde die Global Daily Deal Association ins Leben gerufen?

Der Group-Buying-Markt ist sehr jung. Es gab keine einheiltliche Regelungen, keine Verhaltensregeln, kein Forum, keine Akkreditierung. Die GDDA-Initiative enstand, nachdem wir die erste große Daily-Deal-Konferenz im März 2012 gehalten haben, mit Top-Experten aus der Industrie zusammensitzen konnten und uns Gedanken über die Nachhaltigkeit des Marktes gemacht haben.

Der Verband bietet die Möglichkeit eine bessere Kommunikation von Couponing-Portalen gegenüber Händlern und Kunden sicherzustellen. Unter anderem verröffentlichen wir Länder-Recherchen, Erfahrungsberichte und auch Leitlinien die für jederman zugänglich sein werden.

„Mitglieder verpflichten sich zu mehr Nachhaltigkeit in der Branchenpraxis, sowie auf Reglements zu Datenschutz und zum Kundenservice.“

Die GDDA arbeitet derzeit an einem Code of Conduct. Wie sieht dieser aus und was bezweckt er?

Der Verhaltenskodex ist die erste Initiative und soll dazu dienen, dass Mitglieder sich mehr der Nachhaltigkeit in der Branchenpraxis, sowie auf Reglements zu Datenschutz und zum Kundenservice verpflichten. Der Codex soll im Einzelnen sicherstellen, dass Verbraucher Zugang zu detaillierten Produkt- und Serviceinformationen haben, um eine fundierte Kaufentscheidung treffen zu können. Weitere Ziele sind ein wirksames Verfahren für die Bearbeitung von Beschwerden, eine einfach zu verstehende Erstattungsrichtlinie sowie Reglements zum Datenschutz. Coupon-Portale sollen mehr Wert auf Beratung legen und aufklären.

 Unter euren Unterstützern findet man zwar bekannte Namen wie etwa DailyDeal, sucht aber den Branchenriesen Groupon vergebens.

Wir sind im engen Kontakt mit Groupon und arbeiten an einer möglichen Implementierung. Natürlich sind die Aussichten sehr positiv, da man als Inventor des Models und Standorten in über 35 Länder viele Verbraucher und Partner bedient.

Was muss neben dem Code of Conduct noch geschehen, um der Branche ihr Gesicht zurückzugeben?

Das Vetrauen zu Unternehmen und Konsumenten muss weiterhin aufgebaut werden. Mehr Aufklärung, mehr Wert und Zeit für Beratung.

Richtlinien, sogennante Best-Practices-Guidelines für Unternehmen und Verbraucher sind auch ein guter Weg und Hilfe dazu.

Die Industrie muss weiterhin zusammenkommen und sich Gedanken machen, wie man an Nachhaltigeit arbeiten kann und auch wie man Unternehmen unterstützt. Die kommende Global DD Expo am 29. bis 31. Oktober in London ist für so welche Zwecke ideal.

Welche Entwicklungen siehst du in der Coupon-Branche aktuell und wie schätzt du die längerfristige Entwicklung ein?

Der Markt ist noch jung, wir haben Konsolidierungen gesehen und kürzlich wieder einige Finanzierung, vor allem in Ost-Europa. Momentan arbeiten wir daran, die Industrie durch Initiativen wie die GDDA zu bilden. Die Cpupon-Industrie lernt dazu und versucht innovativer zu arbeiten.

Unternehmen werden sich weiterhin Daily-Deal-Anbietern widmen und diese stark in deren Marketing-Praxis einbinden.

„Es werden mehr strategische Partnerschaften gebildet und wir werden viel mehr Einbindungen von Offline-Tracking sehen.“

Es werden mehr strategische Partnerschaften gebildet und wir werden viel mehr Einbindungen von Offline-Tracking sehen, sprich Kreditkarten die mit Loyalty-Points linken, wie LivingSocial das mit Chase gemacht hat oder Loyalty-Point-Netzwerke wie Nectar, die schon massive Datenbanken haben und Kunden den Service anbieten möchten.

Personalisierung und zielgerechte Deals sind wichtige Punkte die für Verbraucher sehr relevant sind.