Philipp Westermeyer Real-time bidding

Mit den aktuellen Trends im Online-Marketing kennt sich Philipp Westermeyer aus – mit seinen Partnern betreibt er eine Plattform für Display-Advertisting, davor baute Westermeyer ein Display-Vermarktungsnetzwerk auf. Im Interview verrät der Organisator der „Online Marketing Rockstars“-Konferenz sowie Speaker auf der am 11. September in Köln stattfindenen OMC (Online Marketing Conference) wissenswerte Grundsätze aus dem Online-Marketing.

Hallo Philipp, bitte stelle dich doch kurz vor, wer bist Du und was machst Du?

Ich bin Unternehmer aus Hamburg. Am Anfang meines Berufslebens vor sieben Jahren war ich mal Vorstandsassistent bei Bertelsmann und Investment Manager bei Gruner+Jahr. Aktuell mache ich mit meinen Partnern Metrigo, eine Plattform für den automatisierten Einkauf von vertrieblicher Display-Werbung und die genaue Aussteuerung von Werbekampagnen mittels unterschiedlicher Targeting-Ansätze. Targeting geht von ganz simpel wie Werbeumfelder bis zu sehr komplex wie zum Beispiel genaue Segmentierung von Nutzern mittels Kunden-Daten (CRM-Daten) unserer Werbekunden.

Was sind Deiner Meinung nach die wichtigsten Veränderungen, die sich im Online Marketing momentan abspielen?

Kurz gesagt: Neue Targeting-Optionen über Display – also Banner – und Social-Media-Optionen bei Facebook (www.facebook.com) oder auch Youtube.

Was würdest Du einem Gründer raten, der sein Online-Marketing in die Gänge bringen möchte?

Das ist extrem Budget-abhängig. Bei wenig Budget normalerweise erstmal SEM und kleinere Kooperationen sowie natürlich SEO. Vielleicht auch E-Mail-Marketing zum Beispiel auf Cost-Per-Lead-Basis (CPL). Bei mehr Budget guckt man sich sicher an, ob man sofort Affiliate aufsetzt, oder ob man erst mal selber an SEO-Publisher, Gutschein-Blogs und so rangeht.

Ist vermutlich eine Frage der Team-Größe. Vertriebliches Display-Marketing macht meistens so ab monatlichen Budgets von 5.000 bis 10.000 Euro Sinn. Wenn man Top-Internet-Firmen wie Zalando (www.zalando.de) zuhört, lernt man, dass gerade aber Display häufig in der zweiten Phase einen großen Unterschied ausmachen kann. Total wichtig ist es hier das Thema passend aufzustellen, sich die Partner und deren Wertbeitrag genau anzugucken.

Wie bist Du zum Real-Time-Bidding gekommen, wie hast Du deine Expertise aufgebaut, was hast Du davor gemacht?

Vor unserer jetzigen Firma haben wir Adyard gemacht, ein Display-Vermarktungsnetzwerk, das 2011 zu 100 Prozent an Gruner+Jahr übergegangen und in fünf Ländern aktiv ist. Vor Jahren sind wir über kleinere SEO-Projekte in das Thema vertriebliche Display-Werbung gerutscht. Wir fanden Pay-per-Sale und Cost-per-Click-Deals spannend, aber das mit der Backlink-Akquise war immer recht zäh und mein Partner Tobias Schlottke kennt den Bereich Adserving seit den Anfängen vor zehn Jahren extrem gut.

Von Adyard in den Bereich Real-Time-Bidding (RTB) war es dann nur noch ein kleiner Schritt, das Thema kommt einfach und alle, die in der Szene arbeiten sehen das eigentlich.

Muss ich mich als Gründer eines Internet-Unternehmens mit Real-Time-Bidding auskennen, wer muss sich mit dem Thema beschäftigen?

Nein, auf keinen Fall. Man braucht einen guten Marketing-Mann oder Frau und dort sollte das Thema schon mal gehört worden sein. Wichtig ist vermutlich insgesamt, beim Marketing nicht nur auf den „kreativen Typen“ zu setzen, sondern erfolgreiche Firmen zeigen, dass man dort kaufmännisches oder sagen wir mal vielleicht auch etwas analytisches Verständnis braucht. Solche Leute haben RTB normalerweise sehr zügig drauf. Wir haben dafür sogar ein kostenloses Büchlein geschrieben.

Worauf muss ich achten wenn ich RTB-Services in Anspruch nehme, welche sind die häufigsten Fehler in diesem Bereich?

Man muss das Sales-Buzzword „Real Time Bidding“ gut hinterfragen und verstehen, wieviele Partner in der Wertschöpfungskette hängen. Bei Metrigo arbeiten wir zum Beispiel mit eigener Technik direkt mit allen Publishern und Supply-Side-Platformen zusammen. Wir haben also einen eigenen „Bidder“ entwickelt. Ich weiß von anderen Firmen, die haben RTB auf ihrer Website stehen aber lizensieren verschiedene Technologien oder geben Kampagnen weiter, um ihr Versprechen überhaupt erfüllen zu können. Die Kosten dafür werden natürlich an den Kunden weitergegeben. Warum sollten Kunden das mitbezahlen, wenn es auch anders geht?

Du organisierst die Konferenz „Online Marketing Rockstars“ – Wie bist Du dazu gekommen?

Die Online Marketing-Szene ist sehr dynamisch, jung und wirklich cool. Aus meiner Sicht wird das von vielen außerhalb der Branche so noch nicht gesehen und es gibt kaum Veranstaltungs-Formate, wo man das auch mal richtig erkennt. Da haben wir gedacht so eine Konferenz mit den Top-Experten oder Stars der verschiedenen Teilbereiche des Online-Marketings in einer Konzerthalle mit Musik-Überraschungsgästen und richtig Action könnte Spaß machen.

Zu welchem Thema wirst Du auf der OMC sprechen? Was sind Deine Inhalte?

Das weiß ich noch gar nicht so ganz genau. Ich glaube Randolf plant ein Abschluss-Panel, wo mit offenem Visier diskutiert wird, was Erfolg verspricht und was nicht. Ich glaube es soll kanalübergreifend über unterschiedliche Maßnahmen gesprochen werden. Durchdachte Argumente können gerne auch polarisieren. Also, ich behaupte schon mal vorab: Nur 10 Prozent der Display-Budgets im Markt sind effizient eingesetzt. Let’s talk.

Philipp, vielen Dank für Deine Antworten.

Ticketverlosung zur OMC – Online Marketing Conference

Wer hören will, was Philipp Westermeyer sonst noch zu sagen hat, und die Diskussionsrunde zum SEO-Contest hören will, kann beides auf der Online Marketing Conference (OMC) am 11. September in Köln treffen. Gründerszene verlost insgesamt drei Tickets zur OMC. Um teilzunehmen, muss der Satz „Online Marketing bedeutet für mich…“ beendet und auf die Facebookseite der OMC gepostet werden. Die Autoren der drei kreativsten Posts gewinnen je ein Ticket. Die Teilnahmebedingungen zum Gewinnspiel können hier abgerufen werden.