Lexikon

Aktivierung

Was bedeutet Aktivierung?

Bei der Aktivierung handelt es sich um die Aufnahme eines Wirtschaftsgutes bzw. Vermögensgegenstandes, welcher auf der Aktivseite einer Bilanz eingetragen wird.

Die Bezeichnung Aktivierung kommt aus dem Rechnungswesen und ist ein buchhalterisches Verfahren, um Vermögenswerten, Rechnungsabgrenzungsposten und Korrekturposten, wie beispielsweise ein Fehlbetrag in der Bilanz zu erfassen. Außerdem kommt die Bezeichnung im Handelsrecht und Steuerrecht vor. Ob eine Aktivierung nötig ist oder nicht erfolgt demzufolge aus den handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Vorschriften.Des Weiteren bezeichnet Aktivierung die Bildung eines Aktivpostens in der Handelsbilanz oder Steuerbilanz.

Aktivierung in der Handelsbilanz und Steuerbilanz

Der Gegenstand der Aktivierung bezeichnet in der Handelsbilanz Vermögensgegenstände. In der Steuerbilanz handelt es sich bei der Aktivierung um positive Wirtschaftsgüter. Der wesentliche Unterschied zwischen einem positiven Wirtschaftsgut und einem Vermögensgegenstand besteht darin, dass bei jenem eine selbständige Veräußerbarkeit nicht gegeben sein muss.

Es gibt drei verschiedene Fälle bei der Aktivierung: das Aktivierungsverbot, das Aktivierungswahlrecht und die Aktivierungspflicht; in den beiden letztgenannten Fällen kann man ebenso auch von Bilanzierungswahlrecht und Bilanzierungspflicht sprechen.

Aktivierungsverbot, Aktivierungswahlrecht und Aktivierungspflicht bei Aktivierung

Aktivierungsverbot

Bei handelsrechtlichen Aktivierungsverbote sind die immateriellen Anlagewerte, insofern sie nicht entgeltlich erworben wurden; die Aufwendungen für die Gründung und Kapitalbeschaffung und der ursprünglich selbst erschaffene Firmenwert zu nennen.

Aktivierungswahlrecht

Handelsrechtliche Aktivierungswahlrechte sind beispielsweise entgeltlich erworbene immaterielle Anlagewerte, die Kosten der Ingangsetzung des Geschäftsbetriebs, der derivative (gekaufte) Firmenwert, der Disagiobetrag von Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten für die jeweiligen Auszahlungen, der Aufwand einer bestimmte Zeit, um den Abschlussstichtag darstellen.

Aktivierungspflicht

Bei der Aktivierungspflicht handelt es sich um das Gebot, grundsätzlich sämtliche Vermögensgegenstände und Rechnungsabgrenzungsposten zum Bilanzstichtag auf der Aktivseite der Bilanz ausweisen zu müssen gemäß § 246 HGB, sofern es keine gesonderten Ausnahmen bestehen. Die Aktivierung in der Handels- und Steuerbilanz erhöht sich das Ergebnis, da die Ausgaben des Geschäftsjahres nicht als Aufwand  bzw. als Betriebsausgabe gebucht werden.

Beispiel

Ein Unternehmer kauft für sein Unternehmen einen neuen Lkw zur betrieblichen Nutzung. Der Lkw muss mit dem Anschaffungswert (dem Kaufpreis) in das Anlagevermögen der Bilanz aufgenommen werden. Der Vorgang wird als Aktivierung bezeichnet.

Weitere relevante Inhalte »
amplifypixel.outbrain