Lexikon

Anzahlung

Was ist eine Anzahlung?

Bei einer Anzahlung handelt es sich um eine Vorauszahlung des Auftraggebers an seinen Lieferanten. Die Form des Handelskredits handelt sich um eine Teilzahlung.

Eine Anzahlung (engl. down payment) besteht, wenn der Käufer bei einem Kaufvertrag oder Erwerber bei einem sonstigen Vertrag eine Teilzahlung leistet, für welche eine Lieferung oder Leistung noch nicht erfolgt ist. Anzahlungen haben eine gesonderte Aufführungsweise in der Bilanz und bei der Umsatzsteuer.

Anzahlung bei der Bilanzierung und der Umsatzsteuer

Bei der Bilanzierung werden die geleisteten Anzahlungen nach dem Anlage- und Umlaufvermögen getrennt ausgewiesen. Die empfangenen Anzahlungen unterliegen einem gesonderten Ausweis unter der Position der „Verbindlichkeiten”. Es handelt sich um erhaltene Anzahlungen, welche auf Bestellungen oder im Falle der Anzahlung auf Vorräte offene Absetzung von der Position „Vorräte” laut § 268 V HGB empfangen werden.

Bei der Umsatzsteuer sind Anzahlungen beim empfangenden Unternehmer oder Umsatzsteuerzahlendem stets beim Zahlungsempfang der Umsatzsteuer unterlegen. Anzahlungen beim zahlenden Unternehmer ermöglichen entsprechend mit dem Vorsteuerabzug bereits dann, wenn eine Rechnung mit gesondertem Umsatzsteuerausweis über die Anzahlung vorliegt und die Zahlung geleistet worden ist. Bei der Endabrechnung über die Leistung ist deutlich zu machen, dass bereits eine Anzahlung berechnet wurde, damit es nicht zu einem doppelten Abzug der Umsatzsteuerbeiträge als Vorsteuer kommen kann. Auch beim Reverse-Charge-Verfahren, der jeweiligen Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers, erfolgt die Versteuerungspflicht erst bei der Anzahlung.

Beispiel

Das Unternehmen Stern GmbH bestellt bei einem anderem Unternehmen Waren in Höhe von 100.000 Euro netto. Vom dem Lieferanten wird eine Anzahlungsrechnung über 60.000 Euro netto und 11.400 Euro Umsatzsteuer geleistet. Das Unternehmen zahlt 71.400 Euro per Banküberweisung. Nach ein paar Tagen erfolgt die Lieferung.

Nach der Lieferung der Ware erhält das Unternehmen vom Lieferanten eine Schlussrechnung über 119.000 Euro inkl. 19 % USt. Abzüglich der Anzahlung verbleibt ein Zahlbetrag von 47.600 Euro, welchen das Unternehmen per Banküberweisung ausgleicht.


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