Eine Anzahlung (engl. down payment) besteht, wenn der Käufer bei einem Kaufvertrag oder Erwerber bei einem sonstigen Vertrag den Teil einer Zahlung leistet, für welche noch keine Lieferung bzw. Leistung stattfand. Anzahlungen haben eine gesonderte Aufführungsweise in der Bilanz und bei der Umsatzsteuer.

Anzahlung bei der Bilanzierung und der Umsatzsteuer

Bei der Bilanzierung werden die geleisteten Anzahlungen nach dem Anlage- und Umlaufvermögen getrennt ausgewiesen. Die empfangenen Anzahlungen unterliegen einem gesonderten Ausweis unter der Position der „Verbindlichkeiten”. Es handelt sich um erhaltene Anzahlungen, welche auf Bestellungen oder im Falle der Anzahlung auf Vorräte offene Absetzung von der Position „Vorräte” laut § 268 V HGB empfangen werden.

Bei der Umsatzsteuer sind Anzahlungen beim empfangenden Unternehmer oder Umsatzsteuerzahlendem stets beim Zahlungsempfang der Umsatzsteuer unterlegen.

Anzahlungen beim zahlenden Unternehmer ermöglichen entsprechend mit dem Vorsteuerabzug bereits dann, wenn eine Rechnung mit gesondertem Umsatzsteuerausweis über die Anzahlung vorliegt und die Zahlung geleistet worden ist. Bei der Endabrechnung über die Leistung ist deutlich zu machen, dass bereits eine Anzahlung berechnet wurde, damit es nicht zu einem doppelten Abzug der Umsatzsteuerbeiträge als Vorsteuer kommen kann. Auch beim Reverse-Charge-Verfahren, der jeweiligen Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers, erfolgt die Versteuerungspflicht erst bei der Anzahlung.