Lexikon

Arbeitszeit

Was ist die Arbeitszeit?

Bei der Arbeitszeit handelt es sich um die Zeit, die der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber zur Leistungserfüllung zur Verfügung stellen muss. Dabei sind bestimmte Höchstgrenzen einzuhalten, welche gesetzlich in dem Arbeitszeitgesetz (ArbZG) und anderen arbeitsrechtlichen Schutzgesetzen vorgegeben werden. Auch hat der Betriebsrat bei der Arbeitszeit ein Mitbestimmungsrecht.

Der Begriff Arbeitszeit bezeichnet die Zeit, welche der Arbeitnehmer mit seiner Arbeitskraft dem Arbeitgeber zur Verfügung stellen muss. Gesetzlich geregelt ist die Arbeitszeit in § 2 I ArbZG vom Beginn bis zum Ende der Arbeit ohne Ruhepause. Nach der Grundregelung in § 3 ArbZG darf die werktägliche Arbeitszeit der Arbeitnehmer acht Stunden nicht überschreiten. Sie kann aber auf zehn Stunden verlängert werden, wenn innerhalb von sechs Kalendermonaten oder innerhalb von 24 Wochen im Durchschnitt täglich acht Stunden nicht überschritten werden.

Die Regelungen der Arbeitszeit

Bei den Regelungen der Arbeitszeit ist zu unterscheiden, um welche Arbeitszeit es sich genau handelt. Bei der maximal zulässigen Arbeitszeit ist eine Regelung des Arbeitszeitgesetzes zuständig sowie mehrere unterschiedliche öffentlich-rechtliche Schutzgesetze. Die wöchentliche Arbeitszeit der Arbeitnehmer wird entsprechend geregelt in dem Tarifvertrag und dem Arbeitsvertrag. Nach diesem bestimmt es sich, welche Arbeitszeit wie bezahlt wird und inwieweit der Arbeitnehmer zu Überstunden verpflichtet ist. Die Lage der Arbeitszeit wird mittels des Arbeitgebers anhand seines Weisungsrechts festgelegt. Der Betriebsrat besitzt ebenfalls ein Mitbestimmungsrecht, welches ebenso zu berücksichtigen ist. Zu den Mitbestimmungen zählen der Beginn und das Ende der täglichen Arbeitszeit, wobei die Pausen, die Verteilung der Arbeitszeit auf die einzelnen Wochentage, die vorübergehende Verkürzung oder Verlängerung der betriebsüblichen Arbeitszeit, mit eingeschlossen sind.

Arbeitszeitmodelle

Flexible Arbeitszeitmodelle

Flexible Arbeitszeiten sind von den klassischen Arbeitszeiten abzugrenzen. Sie äußern sich beispielsweise in Gleitzeitmodellen. Hierbei gibt es festen Kernzeiten, in denen das Team anwesend sein muss und parallel dazu flexiblen Zeiten, in denen jeder Mitarbeiter seine Arbeitszeit individuell planen und frei gestalten kann. Die Vertrauensarbeitszeit ist ein weiteres Modell, das immer mehr an Bedeutung gewinnt. Dabei kommt es nicht darauf an, eine bestimmte Anzahl an Stunden abzuleisten, sondern darauf, die entsprechenden Aufgaben ergebnisorientiert innerhalb eines zeitlichen Rahmens zu erledigen. Weiterhin ist das sogenannte „Home Office” auch eine flexible Variante, die den Mitarbeitern ermöglicht, ihre Arbeit von zuhause zu erledigen.

Besonders in der Digitalwirtschaft und Startup-Szene sind flexible Arbeitszeitmodelle häufiger anzutreffen und erfreuen sich großer Beliebtheit. Viele Startups können auf diese Modelle aufgrund ihrer Größe und sehr guten digitalen Vernetzung zurückgreifen und diese als Arbeitgeber-Benefits anbieten.

In der Gründerszene Jobbörse findest Du tolle Jobs, bei denen Du Deine Arbeitszeit flexibel gestalten kannst. In der Top-Arbeitgeber-Übersicht kannst Du Dir die verschiedenen Benefits der einzelnen Arbeitgeber anschauen.

Beispiel

Aus der in § 3 Arbeitszeitgesetz festgesetzten Arbeitszeit von acht Stunden und aus dem Grundsatz der Sechs-Tage-Woche liegt laut dem Arbeitszeitgesetz generell eine 48-Stunden-Woche vor. Das entspricht einer Arbeitszeit, welche aufgeteilt ist auf sechs Tage mit jeweils acht Stunden. Diese Regelung ist wiederum im Jahr für 48 Wochen zulässig. Das entspricht bei einem Jahr mit 52 Jahreswochen mit den abgezogenen vier Wochen des gesetzlich festgelegten Urlaubes. So wird generell laut Arbeitszeitgesetz von einer maximalen Arbeitszeit von 2.304 Stunden pro Jahr ausgegangen.


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