Der englische Begriff BRAS oder auch Breitband-Pop (Point of Presence) bedeutet Broadband Remote Access Server (BRAS) und ist eine andere Bezeichnung für die Netzelemente von Breitband-Netzen wie es bei DSL und UMTS der Fall ist. Sie gehören als Teil eines Netzwerkes zu dem Internet Service Provider (ISP) und füllt den Datenverkehr der Endbenutzer-Verbindungen in das entsprechende Backbone-Netzwerk ein. BRAS werden auch als Broadband Network Gateway (BNG) bezeichnet.

Die Aufgaben eines BRAS

Zu den drei Aufgaben von BRAS gehören erstens die Ansammlung oder auch das Aggregieren des Datenverkehrs von den Zugangspunkten, wozu meistens Digital Subscriber Line Access Multiplexer (DSLAMs) gehören und als Teil notwendig sind, sodass die Infrastruktur von DSL funktioniert.

Weiterhin sorgt BRAS auch für die Terminierung von PPP-Sitzungen oder IP über ATM-Sitzungen. Ein BRAS kann ca. 50.000 gleichzeitige PPPoE-Sitzungen terminieren. Bei der dritten Aufgabe handelt es sich um das Erzwingen von Garantien und Beschränkungen im Rahmen vom Qualitätsservice.

Der DSL Access Concentrator (DSL-AC)

In den DSL-Netzen werden die DSLAMs, die den Datenverkehr der vor Ort angeschlossenen Teilnehmer gesammelt und leiten diesen dann über ein ATM- oder IP-Netz weiter. Das ATM oder IP-Netz fungiert dabei als Konzentrationsnetz an den BRAS weiter, welches in diesem Fall auch als DSL Access Concentrator (DSL-AC) bezeichnet wird.

Der BRAS ist für die Bildung eines logischen Endpunktes von PPP-Sitzungen zuständig. Dabei kann es sich um PPP over Ethernet (PPPoE) oder PPP over ATM (PPPoA) handeln. Somit ist der BRAS für das Zuweisen von Sitzungsparametern wie IP-Adressen verantwortlich. Deshalb wirkt er rückwärtig angebunden auf ein Authentifizierungs-, Autorisierungs-, und Abrechnung-System (AAA). Auch handelt es sich bei dem BRAS auch um die erste sichtbare Hop-Verknüpfung zwischen dem Kunden und dem Internet, da es sich um einen Router handelt.

Derzeitige Entwicklungen von BRAS und DSLAM

Die gegenwärtig vorhandene Basis an BRAS und DSLAMs aus der Anfangszeit der DSL-Vernetzung ist für die neueren Dienste wie IPTV und IP-Telefonie eher nicht geeignet, aufgrund der Dienste der erweiterten Multicast- und Qualitätsservice -Anforderungen. Eine mögliche Lösung ist die Realisierung von BRAS und DSLAM in einem gemeinsamen Gerät.

Die Deutsche Telekom baut in der aktuellen (2016) Netzarchitektur 899 Standorte für ca. 2000 BNGs aus.