Der Begriff Disagio kommt eigentlich aus dem italienischen Sprachraum und bedeutet als „Disagio“ dort so viel wie „Unbehagen“ oder „Unbequemlichkeit“. Der Begriff Disagio erfreut sich häufiger Verwendung im Rahmen von Darlehen und Krediten. Als Synonym für Disagio werden auch die Begriffe „Damnum“ oder einfach nur „Abgeld“ verwendet.

Disagio und Nennwert

Doch was genau beschreibt nun die Bezeichnung Disagio? Grundsätzlich beschreibt Disagio einen Abschlag, der von dem Nominalwert oder einem sogenannten Nennwert abgezogen wird. Wird einer Person zum Beispiel ein Kredit gewährt, wird von dem ursprünglich bewilligten Betrag, also dem nominalen Kreditwert, eine Summe einbehalten. Diese Summe wird dann als Disagio bezeichnet. Diese Differenz wird meistens in Prozent angegeben und funktioniert in diesem Zusammenhang als Zinsvorauszahlung. Diese Vorauszahlung über einen Disagio führt dazu, dass die Nominalverzinsung für den Kredit geringer ausfällt. Das bedeutet, dass ein Kreditnehmer seine monatliche Ratenbelastung niedriger halten kann, indem er seinen Kredit über einen Disagio finanziert. Dies gilt natürlich nur, wenn die Kreditvereinbarung fixe Nominalzinsen vorsieht. Der Effektivzins eines Darlehens verändert sich durch die Zahlung eines Disagios nicht.

Disagio bei Immobilien und Aktien

Gerade im Bereich der Immobilienwelt wird das Disagio sehr häufig benutzt, da dieses Abgeld bei vermieteten Immobilienobjekten in Form von Zinsen steuerlich geltend gemacht werden kann. In den meisten Fällen wird ein Disagio in der Höhe von rund zehn Prozent der gesamten Darlehenssumme angesetzt.

Im Aktienhandel bedeutet Disagio, dass ein Wertpapier für weniger Geld verkauft wird, als es eigentlich wert ist. Das Wertpapier wechselt den Besitzer also zu einem bestimmten Betrag, der unter dem eigentlichen Nennwert liegt. In der Regel ist es bei Wertpapieren so, dass entweder ein Agio, also ein Aufgeld, auf den Nennwert aufgeschlagen oder aber ein Disagio einbehalten wird.