Unter dem Begriff Flexibilisierung wird die Aufhebung von vorher gefestigten Strukturen verstanden. Ende des 20. Jahrhundert wurde der Begriff immer häufiger und im positiven Sinne mit den steigenden Veränderungsprozessen in der Wirtschaft verbunden. Auf dem Arbeitsmarkt wird Flexibilisierung gleichgesetzt mit dem Übergang von regulären Arbeitsverhältnissen mit festen Arbeitszeiten, welche tariflich mit den Gehältern und Schutz vor einer Kündigung geregelt sind zu einer Arbeitswelt, die weitgehend ohne diese festen Regelungen auskommt.

Teamarbeit und flache Hierarchien

Mit der Flexibilisierung verbinden Viele die Schlagwörter Teamarbeit und flache Hierarchien, wobei hier auf eine Steigerung der Produktivität abgezielt wird. Der Arbeitnehmer hat hierbei eine stärkere Beteiligung an den Unternehmensrisiken, indem ein Ausgleich mit der Verringerung der Rendite mit der Verringerung der Arbeitskosten einhergeht. So entfallen bei Flexibilisierung der Arbeitszeitmodelle die Zuschläge für Wochenend-, Nacht- oder Feiertagsarbeit.

Interne und externe Flexibilisierung

Generell gibt es eine Unterscheidung zwischen interner und externer Flexibilisierung. Interne Flexibilisierung meint hierbei den internen Umgang der Firma mit schwankender Nachfrage. Bei hoher Auslastung ist es dann zum Beispiel von den Mitarbeitern verlangt, dass sie Überstunden (bezahlt oder auch unbezahlt) leisten. Wichtig ist hierbei allerdings, dass die Mitarbeiter trotzdem festangestellt sind. Wohingegen bei der externen Flexibilisierung ein flexibler Arbeitseinsatz gemeint ist. Ist die Auftragslage also höher als sonst (zum Beispiel durch saisonal bedingt höhere Nachfrage), werden freelancer eingesetzt oder Aufgaben outgesourct. Zur weiteren Regulierung der schwankenden Nachfrage, werden oft nur befristete Arbeitsverträge aufgestellt.