Lexikon

Freistellungsauftrag

Wobei handelt es sich bei einem Freistellungsauftrag?

Ein Freistellungsauftrag kann bei einer Bank eingeführt werden, sodass er keine Abgeltungssteuer ans Finanzamt abgeben muss, wenn die Kapitalerträge unter einem freigestellten Betrag liegen. Als Kapitalerträge bezeichnet man unter anderem Zinsen, Dividenden sowie Gewinne aus Aktien und Fondsverkäufen.

Einen Freistellungsauftrag erteilt der Kunde seiner Bank, um eine steuerliche Belastung seiner Kapitalerträge zu vermeiden. Dazu zählen können beispielsweise die Zinsen aufs Tagesgeld, um somit einen bestimmten Betrag zu verhindern. Dieser Freibetrag, welcher jedem Sparer zusteht, rechnet sich auf 801 Euro und setzt sich aus dem Sparer-Pauschbetrag in Höhe von 750 Euro und einer Werbungskostenpauschale in Höhe von 51 Euro zusammen. Bei Ehepaaren findet eine Doppelung des Freibetrages auf 1.602 Euro statt. Beträge, die über die jeweilige Grenze hinausgehenden Kapitalerträge bleiben zurück als Abgeltungssteuer. Auf diese Steuer, die 25 Prozent beträgt, findet zusätzlich noch eine Erhebung des Solidaritätszuschlages in Höhe von 5,5 Prozent, was in der Summe einen Steuersatz von 26,38 Prozent ergibt. Weiterhin kommt eventuell noch die Kirchensteuer. Freistellungsaufträge sollten fristgerecht eingereicht werden Der Freistellungsauftrag schriftlich oder via Online-Banking erteilen. Sollte die Einreichung schriftlich stattfinden, wird dies häufig bei der Kontoeröffnung in die Wege geleitet. Ebenso können sie auch auf der Homepage der Bank heruntergeladen werden. Ein Freistellungsauftrag per Online-Banking erfolgt durch das Einloggen mit den Zugangsdaten in das Online-System und wird bestätigt mit einer TAN. Bei der Beziehung von einem niedrigen Einkommen gibt es die Möglichkeit, über den Freibetrag hinausgehend Kapitalerträge ohne die entsprechenden steuerlichen Abzüge einzunehmen. So wird beim zuständigen Finanzamt der Antrag gestellt. Werden die Kriterien vom Antragssteller erfüllt, so erhält dieser eine Nichtveranlagungsbescheinigung, welche er anschließend bei der Bank einzureichen verpflichtet ist. Um einen Freistellungsauftrag erteilen zu können, wird bei allen Bankverbindungen die Steueridentifikationsnummer benötigt. Sollte die Bank nicht die jeweilige Steueridentifikationsnummer besitzen, ist sie verpflichtet die Abgeltungssteuer der Kapitalerträge einzubehalten.

Wann sollte ein Freistellungsauftrag nicht gemacht werden?

Ein Freistellungsauftrag sollte nicht beantragt werden, sollte der Freibetrag oder die Kapitalerträge höher als der Sparerpauschbetrag sein. In diesem Falle würde das Kreditinstitut vom übersteigenden Betrag 25 Prozent Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer automatisch an das Finanzamt abführen.

 
Beispiel

Bei einer Geldanlage in Höhe von 10.000 Euro findet eine zwei prozentige Verzinsung statt, wobei sich die Dauer der der Einlage auf fünf Jahre beläuft.

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