Lexikon

Genossenschaft

Wobei handelt es sich um eine Genossenschaft?

Bei einer Genossenschaft handelt es sich um eine Gesellschaft mit einer begrenzten Mitgliederzahl. Diese verfolgt nicht als Hauptziel zu wirtschaften, sondern ihre Mitglieder soziale und kulturell zu fördern anhand des gemeinsamen Geschäftsbetriebes.

Die Bezeichnung Genossenschaft ist eine Gesellschaft, welche mit einer nicht begrenzten Mitgliederzahl den Zweck verfolgt, den Erwerb oder die Wirtschaft ihrer Mitglieder oder deren soziale oder kulturelle Belange mittels eines gemeinschaftlichen Geschäftsbetriebes zu unterstützen laut § 1 I GenG. Auf diese Weise ist die Genossenschaft seit der Einführung der Europäischen Genossenschaft (SCE) auch nicht mehr nur auf wirtschaftliche Aktivitäten beschränkt.

Rechtsgrundlage der Genossenschaft

Durch die Genossenschaftsorgane erfolgt durch die gleichberechtigten Mitglieder untereinander ohne, dass die die Höhe der Kapitalbeteiligung an der Genossenschaft sowie die Selbstverwaltung berücksichtigt wird. Die Genossenschaft wird begründet, um gemeinschaftlich zu agieren und muss nicht maßgeblich gewinnorientiert sein. Bei der deutschen Genossenschaft handelt es sich um eine formale und solidarische Selbsthilfe, welche in einer privatrechtlichen Form erscheint, so ist diese eingebunden, um in dem Prozess der Marktwirtschaft zu agieren. Wohingegen die Genossenschaftsformen im Ausland häufig mit gemeinwirtschaftlichen oder halbstaatlichen Formen und auch mit einem ordnungspolitischen Anspruch auffallen.

Die zwei Arten von Genossenschaften

Es gibt zwei verschiedene Arten von Genossenschaften, dazu gehören die wirtschaftliche Art und die kulturelle bzw. soziale Art von Genossenschaften. Bei der wirtschaftlichen Art gibt es die Förderungsgenossenschaft oder auch Hilfsgenossenschaft, welche auch als Hilfswirtschaft der auch als eigenständige bestehende Mitgliederwirtschaft angesehen werden kann. Zu den wirtschaftlichen Arten gehören die Beschaffungs-Genossenschaft, die Einkaufs-Genossenschaft des Handels oder Landwirte, die Verkehrsgenossenschaft, die Konsumgenossenschaft bzw. Verbrauchergenossenschaft, die Absatzgenossenschaft der Handwerker, Landwirte und Molkereien, die Kreditgenossenschaft, die Wohnungsbaugenossenschaft, die Nutzungs-Genossenschaft und die Produktivgenossenschaft. Die kulturelle bzw. soziale Genossenschaft meint die Förderung von kulturellen Einrichtungen oder Unterstützung notleidender Mitglieder.

Die Genossenschaft als Firma für Verbindlichkeiten

Laut Gesetz muss die Firma den Zusatz „eingetragene Genossenschaft (eG)“ oder die Abkürzung „eG” aufweisen nach § 3 I GenG. Bei der Haftung von Verbindlichkeiten gilt es, dass die Genossenschaft nur mit dem Genossenschaftsvermögen laut § 2 GenG haftet. Allerdings gilt bei der Satzung auch eine Ausnahme bei der "Nachschusspflicht der Mitglieder zur Insolvenzmasse", sodass es verschiedene Regelungen geben kann, bei insolventen Genossenschaften.

Genossenschaften mit Nachschusspflichten

Es gibt die Regelungen bei drei unterschiedlichen Möglichkeiten der Nachschusspflicht. So ist die Regelung bei einer Genossenschaft mit unbeschränkter Nachschusspflicht, dass die Mitglieder die Schulden der Genossenschaft mit ihrem ganzen Vermögen haften. Bei der Genossenschaft mit beschränkter Nachschusspflicht ist es so geregelt, dass die Mitglieder mit der in der Satzung festgelegten Haftsumme haften und nicht unter dem Geschäftsanteil. Wohingegen es gesetzlich festgelegt ist, dass bei einer Genossenschaft ohne Nachschusspflicht, die Mitglieder nur mit dem Geschäftsanteil haften.

Beispiel

Beispielsweise kann es sich um eine Genossenschaft bei Taxifahrern handeln, die in einer Stadt eine Taxi-Genossenschaft gründen, deren Ziel es ist, eine Taxizentrale zu betreiben und Taxifahrten zu vermitteln. Hier steht nicht die Gewinnerzielung der Taxi-Genossenschaft im Vordergrund, sondern die Unterstützung ihrer Mitglieder, der Taxifahrer.

Weitere relevante Inhalte »
amplifypixel.outbrain