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Eine juristische Person ist eine Körperschaft, die aus Personen besteht und rechtlich selbstständig ist. Ein Verein oder eine Kapitalgesellschaft kann zum Beispiel als juristische Person definiert werden.

Natürliche Person oder juristische Person?

Mit der Geburt erwirbt jeder Mensch die Trägerschaft von Rechten. Alle Menschen sind natürliche Personen und als solche Träger von Rechten wie zum Beispiel das Recht auf Leben und das Recht auf Meinungsfreiheit. Juristische Personen sind im Gegensatz zu natürlichen Personen, die alle Menschen ausmachen, eine rechtlich geregelte Einheit, die aus einer Vereinigung von Personen oder Sachen besteht.

Juristische Person als Träger eigener Rechte und Pflichten

Obwohl eine juristische Person also keine natürliche Person ist, ist sie dennoch rechtsfähig. Durch die Rechtsordnung wird einer juristischen Person Rechtsfähigkeit verliehen. Dies führt dazu, dass eine juristische Person Träger eigener Rechte und Pflichten sein kann. Deswegen kann sie sich bis auf Rechte, die von ihrem Wesen her nur einer natürlichen Person zustehen können, alle Rechte einer natürlichen Person für sich beanspruchen. Rechte, die eine juristische Person nicht geltend machen kann, sind zum Beispiel das Recht auf körperliche Unversehrtheit oder das Recht auf Leben.

Im Rechtsleben wird eine juristische Person wie eine natürliche Person behandelt, da ein Verein, der aus natürlichen Personen besteht, eine juristische Person darstellt. So sind juristische Personen auch in Prozessen parteifähig und darüber hinaus auch handlungs- und deliktsfähig.

Rechtsfähigkeit der juristischen Person durch natürliche Personen

Während natürliche Personen mit der Geburt automatisch zum Träger von Rechten und Pflichten werden, erlangt eine juristische Person diesen Status erst durch die Eintragung in ein öffentliches Register. Da sie von diesem Moment an rechtsfähig ist, kann sie zum Beispiel als Erbe eingesetzt werden, klagen und auch verklagt werden.

Wie entstehen juristische Personen?

Eine juristische Person kommt, anders als eine natürliche, nicht durch Geburt zur Welt. Juristische Personen des Privatrechts erlangen durch die Eintragung in ein Register Rechtsfähigkeit; der Wille der Mitglieder allein reicht zur Entstehung nicht aus. Juristische Personen des öffentlichen Rechts entstehen durch einen Hoheitsakt. Dabei handelt es sich um Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts.

Juristische Personen des Öffentlichen Rechts

Es ist zwischen zwei verschiedenen Arten von juristischen Personen zu unterscheiden: Auf der einen Seite gibt es juristische Personen des Öffentlichen Rechts. Diese sind zum Beispiel Körperschaften wie Bund, Länder und Gemeinden und Anstalten (wie etwa die Deutsche Bundesbank) oder öffentlich-rechtliche Stiftungen. Juristische Personen des Öffentlichen Rechts sind Träger privater und Öffentlicher Rechte. Sie sind rechtsfähig und im Prozess parteifähig.

Juristische Personen des Privatrechts

Zu den juristischen Personen des Privatrechts gehören Vereine und wirtschaftliche Vereine in Form von handelsrechtlichen Gesellschaften. Auch privatrechtliche juristische Personen werden erst durch ihre natürlichen Personen handlungsfähig: So ist ein Verein nur durch seinen Vorstand in der Lage zu handeln und Rechtsgeschäfte abzuschließen.

Beispiel

Sarah und Ela gründen gemeinsam den Verein für die Verschönerung des öffentlichen Raums. Dieser Verein wird in das Vereinsregister eingetragen und erhält dadurch das Kürzel „e. V.“. In seiner Satzung setzt sich der Verein das Ziel, die Stadt schöner zu gestalten. Der Verein mietet ein kleines Büro im Berliner Stadtteil Pankow. Von dort werden alle Aktivitäten koordiniert.