Der Begriff Kleine und mittlere Unternehmen (kurz KMU), welcher in Belgien und Österreich Klein- und Mittelbetriebe (KMB) genannt wird, ist eine Sammelbezeichnung für Unternehmen. Wobei die Kategorisierung durch die Beschäftigtenzahl, den Umsatzerlös oder die Bilanzsumme erfolgt. Diese Einordnung findet nicht durch die gewählte Rechtsform oder die Eigentümerstruktur statt. Unternehmen, die die Grenzen überschreiten, werden Großunternehmen genannt.

Qualitative und quantitative Merkmale der KMU

Die kleinen und mittleren Unternehmen weisen sowohl qualitative als auch quantitative Merkmale auf. Zu den qualitativen Merkmalen zählen: Die gesamte Unabhängigkeit von den Konzernen, die Einheit von Haftung und Eigentum, sodass eine enge Verbindung zwischen der wirtschaftlichen Existenz des Eigentümers und der des Betriebes entsteht. Weitere qualitative Merkmale sind die Vereinigung des Unternehmers, des Kapitalgebers und Betriebsleiters in einer Person, die ausgeprägte Innovationstätigkeit und der geringe Formalisierungsgrad, wozu flache Hierarchien, ein persönlicher Kontakt zwischen den Mitarbeitern und Unternehmern sowie die Nähe zum Kunden zählen.

Da diese Eigenschaften schwer zu messen sind, werden quantitativen Merkmale herangezogen, sodass die KMUs von Großunternehmen und Konzernen zu unterscheiden sind. Die entscheidenden Kriterien von Umsatz, Arbeitnehmeranzahl sowie die Bilanzsumme spielen hier eine Rolle.

Die Unterscheidung der KMUs nach der Kommission der Europäischen Union

 

Es erfolgt eine Unterscheidung der KMU nach der Kommission der Europäischen Union zwischen Kleinst-, Klein- und Mittleren Unternehmen und hat als Größenkriterien EU-weit die folgenden Obergrenzen festgelegt:

Bei Kleinstunternehmen liegt die Mitarbeiterzahl bei unter 10 Mitarbeitern, der Umsatz und die Bilanzsumme bei 2 Mio. € bis drunter liegen.

Bei Kleinunternehmen liegt die Mitarbeiterzahl bei unter 50 Mitarbeitern und der Umsatz und die Bilanzsumme bei 10 Mio. € und darunter.

Bei mittleren Unternehmen liegt die Mitarbeiterzahl bei unter 250 Mitarbeitern und der Umsatz bei 50 Mio. € und darunter und die Bilanzsumme bei 43 Mio. € und darunter.

Die Regelungen sind diese, dass die Mitarbeiterzahl niemals überschritten werden darf, wohingegen bei den Kriterien Umsatz und Bilanzsumme nur eine Sacher erfüllt sein muss, sodass eine jeweilige Kategorisierung erfolgt.

 

In Deutschland sowie europaweit gibt handelt es sich 99 % aller Unternehmen um KMU und ca. 2/3 aller Beschäftigten arbeiten in KMU. Die Unternehmen treiben maßgeblich Innovationen heran, die den Dienstleistungssektor entscheidend prägen.

In Südeuropa ist die Anzahl der KMU sogar noch höher als in Nordeuropa. Die KMUs zeichnen sich aus durch Flexibilität, Reaktionsschnelligkeit und Kundennähe, dabei neigen sie aber auch häufiger zu einer Anfälligkeit von Nachfolgeproblemen und Finanzierungsengpässen als größere Unternehmen. So ist die Kategorisierung als KMU besonders wichtig, um bestimmte staatliche und EU-Fördermittel zu erhalten.

 

Auf europäischer Ebene werden die KMU unter anderem von Vereinigungen wie der Union Européenne de l’Artisanat et des Petites et Moyennes Entreprises (UEAPME) und der Confédération Européenne des Associations de Petites et Moyennes Entreprises (CEA-PME) vertreten.

Wegen ihrer beschäftigungspolitischen Bedeutung und ihres häufig begrenzten Zugangs zu frischem Kapital und zu Forschungs- und Entwicklungskapazitäten werden KMU besonders vom Staat und der EU gefördert.

Die Größenmerkmale Umsatz und Bilanzsumme wurden durch das Bilanzmodernisierungsgesetz (BilMoG), welche gültig sind seit dem 1. Januar 2010, um ca. 20% angezogen. Auf diese Weise sind nun häufiger Unternehmen in der Einstufung von kleineren Kapitalgesellschaften und profitieren so von den Entlastungen, welche entscheidende Vorteile bezüglich der Kosten erlauben.