Unter dem Begriff Netzsperre versteht man das im April 2009 verabschiedete "Gesetz zur Bekämpfung der Kinderpornografie in Kommunikationsnetzen" - auch wenn es bereits seit den 1990ern Sperrungen ähnlicher Art, aber geringeren Umfangs, gab - , welches zu einer riesigen Protestwelle unter den deutschen Internetnutzern führte. Dass es sich bei Kinderpornografie um eine Straftat handelt, die es einzudämmen gilt, war dabei jedem bewusst. Allerdings wurde bemängelt, dass eine Sperrung von Internetinhalten jeglicher Art, durch den Internetprovider, einen Eingriff in die Selbstbestimmung des Internetnutzers darstellt und gegen den Sinn eines neutralen öffentlichen Informationsmediums spricht. Besonders in der Kritik steht hierbei die Liste von zu sperrenden Webseiten, die ausschließlich vom BKA erstellt und erweitert wird. Kritiker befürchten, dass auf Grund des Gesetztes auch sonstige ungewollte nicht-kinderpornografische Inhalte verbreitende Webseiten von der Netzsperre betroffen sein könnten. Ebenfalls fragwürdig ist die leicht zu umgehende Sperrmechanik, die nach kurzer Beschäftigung mit der Thematik, lediglich für zufällig auf eine gesperrte Seite geratene Nutzer eine tatsächliche Sperre darstellt, für alle anderen aber keine Probleme zur Umgehung des Schutzes hervoruft.