Lexikon

Sacheinlage

Eine Sacheinlage ist eine Einlage, welche keine Bareinzahlung ist, sondern durch das Einbringen von Maschinen, Gebäuden, Grundstücken etc. verrichtet wird.

Unter einer Sacheinlage versteht man die Kapitaleinlage, über welche eine Gesellschaft in der Gestalt von materiellen oder immateriellen Vermögensgegenständen verfügen kann. Das Gegenteil hiervon ist die Bareinlage. Der Vermögensgegenstand muss weder bilanzfähig oder verkehrsfähig sein, d.h. er ist nicht verpflichtet als Aktiv- oder Passivposten aufgeführt zu werden oder muss nicht zulässig sein. Verpflichtend ist nur, dass er auf die GmbH übertragbar sein muss.

Bei einer Gründung einer GmbH sind die Gesellschafter verpflichtet jeweils nach einer der Regelung im Gesellschaftsvertrag anteilig ein bestimmtes Stammkapital aufzubringen. Anstelle einer Einzahlung eines Geldbetrages kann vertraglich geregelt werden, dass eine Sacheinlage miteingebracht wird.

Die echte Sacheinlage und Sachübernahme

Bei echten Sacheinlagen kann es sich um das Eigentum von Sachen, Forderungen, Grundpfandrechte (z.B. Hypotheken, Grundschulden), dauerhafte Gebrauchsüberlassung an Gegenständen, Handelsgeschäfte, Unternehmen und prinzipiell alle weiteren vermögenden Werte.

Wohingegen der Gesellschafter bei der Sachübernahme zur Geldleistung verpflichtet ist und nur durch Verrechnung die Verpflichtung der zu übernehmenden Gegenstände abkehren kann, wobei es sich aber auch um eine Sacheinlage laut § 5 IV GmbHG handelt.

Die Sacheinlagenanforderungen an den Gesellschaftsvertrag

Im Gesellschaftsvertrag müssen folgende Anforderungen enthalten sein: Der Sacheinlagenwert als Geldbetrag Die Personenangabe des Sacheinlegers Die genaue Gegenstandsbezeichnung der Einbringung Die Vereinbarung, dass die Gesellschaft dauerhaft und frei über den übertragenen Gegenstand verfügen kann laut § 7 III GmbHG. Die Vereinbarung, welche beinhaltet, dass die Zahlung des jeweiligen Kapitalanteils in Geld anstelle einer Sacheinlage bezahlt wird Bei einer Sachübernahme muss im Vertrag die Anrechnung auf den einzuzahlenden Kapitalanteil geregelt werden.

Ein Unternehmen oder Handelsgeschäft als Sacheinlage

Sollte ein Unternehmen oder Handelsgeschäft als Sacheinlage eingebracht werden, so enthält die Einbringung ebenso auch den Kundenkreis und das notwendige Expertenwissen. Die Passiva des eingebrachten Unternehmens gelten jedoch nicht zwangsläufig in das Unternehmen, sollte nichts vereinbart worden sein. Dennoch können die Passiva übernommen werden.

Die Sacheinlagen sind in einem separaten Sachgründungsbericht aufzuführen, welcher nicht beurkundungspflichtig ist, da es sich nicht um einen Teil des Gesellschaftsvertrages handelt. Es reicht aus, den Sachgründungsbericht schriftlich festzuhalten, der Bericht muss jedoch von allen Gründungsgesellschaftern unterschrieben werden.

Die Bewertung der Sacheinlagen

Sacheinlagen werden objektiv betrachtet und sind immer dem aktuellen Zeitwert im Zeitpunkt der Gesellschaftsanmeldung zum Handelsregister aufzunehmen.

Sollte ein Unternehmen als Sacheinlage eingebracht werden, so müssen die beiden letzten Jahresergebnisse laut § 5 GmbHG angegeben werden. Das meint den zu ermittelnden Überschuss- oder Fehlbetrag.

Sollte das Unternehmen nur kurzzeitig bestehen, muss über den vorherigen Geschäftsgang Rechnung getragen werden, dies bedeutet, dass die Angabe von bisher erzielten Unternehmensergebnisse erforderlich ist. In einem Zeitraum unter einem Jahr erscheint dies jedoch in der Regel als wenig aussagekräftig.

Der Sachgründungsbericht sollte folgende Tatbestände enthalten, wie die Anschaffungs- und Herstellungspreise, die gutachterlichen Bewertungen, den Marktpreis, den Sachzustand sowie die Möglichkeiten der Nutzung. Weiterhin gibt es auch die verdeckte Sacheinlage neben der offenen Sacheinlage

Verdeckte Sacheinlage

Bei einer verdeckten Sacheinlage werden die Sacheinlagevorschriften des GmbH- und Aktienrechts umgangen. Die Vorgehensweise der Parteien funktioniert auf die Weise, dass nur eine formelle Bareinlagenpflicht vereinbart wird, welche gegenüber dem Handelsregister erklärt und eine Barschuld-Einzahlung erfolgt. Diese wird aber umgehend nach der Eintragung wieder durch einen Vermögensgegenstand eines Gesellschafters wieder ausgetauscht. Diese Vorgehensweise wird häufig bei einer Kaufvertragsabwicklung gehandhabt. Aus diesem Grunde besitzt die Gesellschaft letztendlich nur noch Sachwerte.

Beispiel

Das Stammkapital einer AG muss 50.000 EUR betragen. Es wurde in voller Höhe von Herrn Kraken gefordert. Davon sind 40.000 EUR in bar zu leisten und sofort fällig. Der Restbetrag in Höhe von 10.000 EUR wird als Sacheinlage durch die Übereignung eines im Eigentum des Herrn Kraken stehenden Pkws übernommen.

Weitere relevante Inhalte »
amplifypixel.outbrain