Lexikon

Schuldner

Was ist ein Schuldner?

Bei einem Schuldner handelt es sich um eine Person, welche aufgrund eines Schuldverhältnisses einer Leistungspflicht unterliegt. Meistens handelt es sich hierbei um eine Geldschuld.

Generell wird unter dem Begriff Schuldner ein Geldschuldner verstanden. So ist ein Schuldner jeder, welcher zu einer Leistung verpflichtet ist, wobei es sich nicht immer um eine Geldleistung handeln muss.

Unterscheidungen von zwei Arten von Schuldverhältnis

Es gibt zwei Arten des Schuldverhältnisses. Dazu zählen einmal das gesetzliche Schuldverhältnis, das aus den gesetzlichen Regelungen, wie beispielsweise dem Schadenausgleich im Falle von Körper- oder Eigentumsverletzung resultiert. Zum anderen zählt das vertragliche Schuldverhältnis, dass sich aus den vertraglichen Vereinbarungen, wie beispielsweise dem individuell ausgehandelten Kaufvertrag ergibt. Wobei bei dem vertraglichen Schuldverhältnis dementsprechend eine vertragliche Vereinbarung besteht, greift das gesetzliche Schuldverhältnis auch ohne vertragliche Beziehung in das Schuldverhältnis ein.

Pflichten des Schuldners

Der Schuldner ist verpflichtet, die geforderte Leistung zu erbringen. Geregelt ist dies in § 362 BGB. Eine Reihenfolge, die sich nach der Fälligkeit der Leistung richtet folgt der Regelung, sodass erst die vertragliche Vereinbarung stattfindet, dann die Umstände und dann die gesetzliche Regelung. Besteht eine vertragliche Vereinbarung zur Fälligkeit der Leistung, muss der Schuldner die Leistung nicht vor diesem Zeitpunkt erbringen. Besteht keine vertragliche Vereinbarung, muss der Schuldner seiner Leistungspflicht sofort nachkommen, laut § 421 BGB.

Das Schuldverhältnis zwischen Kunde und Bank

Ein Schuldverhältnis zwischen Kunde und Bank besteht häufig bei eigenen Investitionen, die in das eigene Unternehmen greifen, sodass Unternehmer häufig auf einen Kredit zurückgreifen. Wenn eine Kreditinstitution, wie eine Bank, einen Kredit vergibt, so macht dies die Bank zum Gläubiger und den Kreditempfänger zu ihrem Schuldner. Erst, wenn der Kredit vollständig abbezahlt wird, ist das Schuldverhältnis erloschen.

Das Schuldverhältnis zwischen Kunde und Lieferant

In den alltäglichen Geschäften eines Unternehmens findet das Schuldverhältnis häufig in Form einer Kunden-Lieferanten-Beziehung statt. Sollte ein Lieferant seinem Kunden etwas geliefert haben, der Kunde jedoch noch nicht die ausstehende Rechnung beglichen, so stehen die beiden in einer Schuldbeziehung. Der Schuldner wird auch häufig als Debitor bezeichnet, wohingegen der Gläubiger (Lieferant) auch Kreditor genannt wird.

Das Saldierungsverbot im Schuldverhältnis

In der Buchführung besteht die Regelung, dass Schulden und Forderungen gegenüber dem gleichen Unternehmen nicht gegeneinander aufgerechnet werden dürfen. Diese erfolgt aus dem vorgegebenen Saldierungsverbot, welches Teil der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) ist.

Beispiel

Der Schuldner A hat einen Kredit über 2.000 € bei der Bank B aufgenommen und steht solange im Schuldverhältnis und ist ihr Schuldner bis er die 2.000 € samt Zinsen zurückgezahlt hat.

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