Lexikon

Sozialversicherungsbeiträge

Was sind Sozialversicherungsbeiträge?

Bei dem Begriff Sozialversicherungsbeitrag handelt sich um den Beitrag, der für die Sozialversicherung gezahlt werden muss.

Der Begriff Sozialversicherungsbeiträge bezeichnet die Berechnung der Beiträge zur Sozialversicherung. Die Beiträge zur Sozialversicherung werden jeweils anteilig vom Arbeitnehmer- und Arbeitgeber übernommen. Diese werden vom beitragspflichtigen Bruttoarbeitsentgelt ermittelt. Die gesamten Sozialversicherungsbeiträge werden anteilig von dem Arbeitnehmer- und Arbeitgeber monatlich getragen und an die gesetzliche Krankenkasse überwiesen, bei welcher der Arbeitnehmer versichert ist. Bei dem Normalverdiener betragen die Sozialversicherungsbeiträge ca. 20 bis 21 % des Bruttolohns. So werden die Beiträge in der Regel jeweils zur Hälfte von Arbeitgebern und Arbeitnehmern getragen. Für Arbeitnehmer, die zu keiner gesetzlichen Krankenkasse angehören, ist diejenige Krankenkasse zuständig, bei der sie zuletzt versichert waren. Ist diese Krankenkasse nicht festzustellen, können Sie wählen, an welche gesetzliche Krankenkasse sie die Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung abführen wollen. Bei diejenigen, die geringfügig beschäftig sind, ist die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See zuständig.

Grundlage der Berechnung von den Sozialversicherungsbeiträgen

Die Grundlage für die Berechnung bei den Sozialversicherungsbeiträgen ist das Arbeitsentgelt, welches die Beitragssätze und die Beitragszeit beinhaltet. Der Begriff Arbeitsentgelt stammt aus dem Sozialversicherungsrecht gemäß § 14 SBG IV. So gehören zum Arbeitsentgelt alle laufenden oder einmaligen Einnahmen aus einer Beschäftigung. Dabei besteht ein Rechtsanspruch auf die Einnahmen, unter welcher Bezeichnung oder in welcher Form sie geleistet werden und ob diese unmittelbar aus der Beschäftigung oder im Zusammenhang mit ihr erzielt werden.

Prozentregelungen der Sozialversicherungsbeiträge

In der Krankenversicherung gilt während der Arbeitsphase der allgemeine und während der Freistellungsphase der ermäßigte Beitragssatz. Im Jahr 2017 beträgt der allgemeine Beitragssatz 14,6 % und der ermäßigte Beitragssatz 14,0 %. In der Arbeitsphase betragen der Arbeitgeber- und der Arbeitnehmeranteil demnach jeweils 7,3 %, durch die Division von 14,6 % durch 2.

Wohingegen während der Freistellungsphase der Arbeitgeber- und der Arbeitnehmeranteil jeweils 7,0 % durch die Division von 14,0% durch 2 berechnet wird. Wohingegen der individuelle Zusatzbeitrag von allen Mitgliedern dieser Krankenkasse zu erheben ist. Somit werden auch für Personen, die Altersteilzeitarbeit leisten, Zusatzbeiträge erhoben. Bei der Pflegeversicherung handelt es sich um 2,35 % (paritätisch), bei Kinderlosen um einen weiteren Zuschlag um 0,25%, wobei dieser nur vom Arbeitnehmer getragen wird. Weiterhin gibt es noch eine andere gesonderte Regelung in Sachsen, bei welcher der Arbeitnehmer 1,675% des Bruttolohns und der Arbeitgeber 0,675% des Bruttolohns trägt. Die Rentenversicherung mit 18,7 % und die Arbeitslosenversicherung mit 3 % jeweils wird gleichwertig vom Arbeitnehmer und Arbeitgeber gezahlt.

Beispiel

Bei einem Bruttogehalt von 3.000 € beträgt der Beitrag für den Arbeitnehmer folgende Belastungen für die jeweiligen Sozialversicherungsbeiträge

Krankenversicherung 465 € - Arbeitnehmeranteil: 246 € 

Die Rechnung: 3.000 € * 0,146 = 438 Jeder trägt die Hälfte: 438 / 2 = 219 Bei der AOK wird zur Zeit ein Zusatzbeitrag in Höhe von 0,9 % erhoben, welche der Arbeitnehmer alleine trägt: 3.000 € * 0,009 = 27 € Insgesamt: 219 + 27 = 246

Pflegeversicherung 70,50 € - Arbeitnehmeranteil: 35,25 €  Rechnung: 3.000 € * 0,0235 = 70,50 € (Annahme: Der Arbeitnehmer hat Kinder)

Rentenversicherung 561 € - Arbeitnehmeranteil: 280,50 €  Rechnung: 3.000 € * 0,187 = 561 €

Arbeitslosenversicherung 90 € - Arbeitnehmeranteil: 45 €  Rechnung: 3.000 € * 0,03 = 90 € 

So ergibt sich bei dem Arbeitnehmeranteil zur Sozialversicherung: 606,75 € (20,225 % vom Bruttogehalt) Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung: 579,75 €, welcher niedriger ist, da der Zusatzbeitrag zur Krankenkasse nicht vom Arbeitgeber bezahlt wird. So kann das Nettoeinkommen berechnet werden. Nach dem Abzug aller Steuern und den Arbeitnehmeranteilen an den Sozialversicherungsbeiträgen vom Bruttoeinkommen ergibt sich ein Betrag von 1.645,65 €.

Die Rechnung setzt sich hier wie folgt zusammen: 3.000,00 € - 749,10 € (24,97 %) - 605,25 € = 1.645,65 € (54,85 %)

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