Der Vorstandvorsitzende ist der Vorsitzende des Vorstandes, welcher wiederum ein Organ der Aktiengesellschaft darstellt. Die drei Organe einer AG sind nach dem deutschen Aktiengesetz (AktG) geregelt und bestehen aus der Hauptversammlung als beschließendes Organ, dem Aufsichtsrat als überwachendes Organ und dem Vorstand, als leitendes Organ.

Der Vorstand bildet damit das zur alleinigen Geschäftsführung befugte Organ der AG, er vertritt die AG nach außen und leitet gleichzeitig die Geschäfte im Innenverhältnis. Er hat die Pflicht, die ordentliche Hauptversammlung einzuberufen, den Aufsichtsrat über die Entwicklungen des Unternehmens in Kenntnis zu setzen und muss den Jahresabschluss sowie den Lagebericht aufstellen, der dem Aufsichtsrat dann zur Prüfung vorgelegt werden muss.

Die Wahl des Vorstandsvorsitzenden

Der Vorstand wird vom Aufsichtsrat üblicherweise zunächst für drei Jahre und ab der ersten Wiederbestellung für maximal fünf Jahre bestellt. Grundsätzlich kann der Vorstand aus einer oder mehreren Personen bestehen, wobei letzteres eher die Regel ist. Verfügt die AG jedoch über mehr als drei Millionen Euro Grundkapital, so muss sich der Vorstand laut AktG aus mindestens zwei Personen zusammensetzen, sofern das nicht anders in der Satzung regelt ist. Gibt es mehrere Vorstandsmitglieder, so wird ein Mitglied häufig zum Vorstandsvorsitzenden oder Vorstandssprecher ernannt. Der Vorstandsvorsitzende wird vom Aufsichtsrat gewählt, während der Vorstandssprecher vom Gesamtvorstand bestimmt wird. Hier sei zu erwähnen, dass eine AG zwar einen Vorstand, nicht aber einen Vorstandsvorsitzenden haben muss. Das Gesetz sieht vielmehr die gemeinsame Geschäftsführung und Vertretung der AG durch alle Vorstandsmitglieder vor, dem Vorstandsvorsitzenden wird demnach also keine herausgehobene Position zuteil.

Zwar berührt die Ernennung eines Vorstandsvorsitzenden nicht die Gesamtverantwortung des Vorstandes für die Geschäftsführung, bei Stimmgleichheit im Vorstand entscheidet jedoch die Stimme des Vorstandsvorsitzenden. Er kann darüber hinaus die Tagesordnung der Vorstandssitzungen ändern, also zum Beispiel Punkte auf der Tagesordnung zunächst streichen, wenn er eine nicht in seinem Sinne ausfallende Abstimmung befürchtet und hofft, vor der nächsten Sitzung weitere Mitglieder von seiner Sicht überzeugen zu können.