Lexikon

Wirtschaftsprüfer

Wobei handelt es sich um einen Wirtschaftsprüfer?

Bei einem Wirtschaftsprüfer handelt es sich um eine Person, die der Berufsordnung der Wirtschaftsprüfer angehört und öffentlich bestellt wird.

Ein Wirtschaftsprüfer ist nach § 1 WPO um einen Angehörigen eines freien Berufstandes, dessen Aufgabe es ist, betriebswirtschaftliche Prüfungen im Jahresabschluss durchzuführen und auch einen Prüfungsbericht zu erstellen und sorgt für die Erteilung eines Bestätigungsvermerkes über die Vornahme und das Ergebnis solcher Prüfungen.

Beruflich niederlassen kann sich der Wirtschaftsprüfer sowohl im In- als auch im Ausland, wobei es hier auch an dem Recht des Gastlandes liegt, inwieweit beruflichen Leistungen auch im Ausland möglich sind. Der Beruf kann selbstständig wie auch im Anstellungsverhältnis ausgeübt werden.

Die Aufgaben und Tätigkeiten eines Wirtschaftsprüfers

Nach § 2 WPO haben Wirtschaftsprüfer die berufliche Aufgabe, betriebswirtschaftliche Prüfungen, v.a. Jahresabschlussprüfungen wirtschaftlicher Unternehmen durchzuführen und Bestätigungsvermerke über deren Vornahme und Ergebnis zu erteilen. Außerdem sind sie befugt, ihre Auftraggeber in steuerlichen Angelegenheiten nach Maßgabe der bestehenden Vorschriften zu beraten und zu vertreten, unter Berufung auf ihren Berufseid auf den Gebieten der wirtschaftlichen Betriebsführung als Sachverständige aufzutreten, in wirtschaftlichen Angelegenheiten zu beraten und fremde Interessen zu wahren sowie zur treuhänderischen Verwaltung (Treuhandschaft)zu wahren. Zusätzlich sind mit dem Beruf des Wirtschaftsprüfers nach § 43a IV WPO weitere Tätigkeiten vereinbar, wie z.B. freie Berufsausübung auf dem Gebiet der Technik und des Rechtswesens, Tätigkeit an wissenschaftlichen Instituten und lehrende Tätigkeit an Hochschulen, freie schriftstellerische und künstlerische Tätigkeit und freie Vertragstätigkeit.

Die Pflichten eines Wirtschaftsprüfers

Die Berufsgrundsätze für Wirtschaftsprüfer sollten beachtet werden, sowie die Grundsätze, um den Wirtschaftsprüfer-Beruf auszuüben. Weiterhin sollten unvereinbare Tätigkeiten nicht ausgeübt werden, wie etwa die Berufspflichten einzuhalten, welche gefährdend sein könnten oder das Ansehen oder die Würde des Berufes verletzen könnte laut § 43 II WPO. Außerdem sollten Wirtschaftsprüfer keine gewerblichen Tätigkeiten ausführen, wozu keine Tätigkeiten aufgrund eines berufsfremden Anstellungsvertrages mit wenigen Ausnahmen zählen.

Zu einer weiteren Pflicht zählt, dass bei einer bekannt gemachten Tätigkeit und bei der Auftragsübernahme die Wirtschaftsprüfer zu einem berufswürdigem Verhalten verpflichtet sind. Dies wiederum erlaubt keine unlautere Werbung nach § 52 WPO.

Hinzukommt, dass der Wirtschaftsprüfer in einer Sache, in welcher er oder eine Person oder eine andere Personengesellschaft, mit der er seinen Beruf gemeinsam ausübt, bereits tätig war, bei einem Auftraggeberwechsel nur tätig werden kann, sollte der vorherige als auch der neue Auftraggeber einverstanden sein nach § 53 WPO. Bei einem gleichzeitigen Handeln, wäre eine Zusammenarbeit erwünscht. Auch die Siegelführung gehört zu dem Stand der Wirtschaftsprüfer nach § 48 I WPO zu einer Pflicht. Ebenso sind Wirtschaftsprüfer verpflichtet, die gesetzlich vorgeschriebene Abschlussprüfungen auszuführen und müssen die alle drei Jahre einer Qualitätskontrolle beachten.

Weitere Pflichten des Wirtschaftsprüfers treten ein, sollte das Versagen seiner Tätigkeit eintreten, wenn für sie eine pflichtwidrige Handlung beanspruchte werden sollte oder eine mögliche Befangenheit auftreten sollte, welche bei der Durchführung eines Auftrages nach § 49 WPO besteht. Sollte ein Wirtschaftsprüfer einen Auftrag außerdem nicht annehmen, so muss er dies direkt begründen können. Bei einer eigens verschuldeten Verzögerung muss er einen Schadensersatz leisten nach § 51 WPO.

 

Wohingegen die Wirtschaftsprüfer versicherungspflichtig sind, die selbständig arbeiten bzw. die selbständigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und sich gegen die Haftpflichtgefahren versichern müssen. So ergibt sich nach deren Tätigkeit eine Pflicht nach § 54 I WPO.

Beispiel

Zu den bekanntesten Wirtschaftsprüfern zählen Ernst & Yong (EY), PricewaterhouseCoopers (PwC), KPMG und Deloitte. Sie zählen zu den Big Four und zu den Branchenriesen der Wirtschaftsprüfer.

 
amplifypixel.outbrain