Rhetorik - Der größte Unterschied

Ob im Pitch vor Investoren oder am Telefon mit Kunden – der größte Unterschied in der Kommunikation und verglichen mit all den anderen Graue-Masse-Kommunikatoren ist der Enthusiasmus. Zinnsoldaten begeistern niemanden. Es ist die Stimme von Martin Luther King und die Körpersprache von Jürgen Klopp, die den großen Unterschied machen. Mehr Enthusiasmus schraubt die Kommunikationserfolge nach oben. Rhetorik-Experte und Seminar-Referent Florian Mück erläutert den größten Unterschied.

Rhetorik: Monotonie killt

Es ist paradox. Alle wissen es besser, und doch macht es jeder Einzelne. Sobald mehr als fünf Augenpaare auf eine Person gerichtet sind, schaltet diese auf Monotonie-Modus. Die Stimme klingt wie eine Stempeluhr in einem Industriebetrieb um sieben Uhr morgens. Nur ohne das Klacken. Der Körper wird so starr, dass ein Faultier dagegen wie  ein 100-Meter-Läufer aus Jamaika wirkt. Alles wird gleichförmig, langsam, langweilig.

Monotonie killt jeden Zuhörer – immer und überall. In einer typischen öffentlichen Pitch-Runde mit acht aufeinanderfolgenden Präsentationen klappen den Investoren spätestens beim zweiten Redner die Augen zu. Doch es gibt ein mächtiges Mittel gegen Schlaf und Indifferenz: Enthusiasmus.

Die zwei Säulen des Enthusiasmus in der Rhetorik

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Enthusiasmus oder Begeisterungsfähigkeit gehören in die Schublade Vermittlung von Inhalten. Die Inhalte sind klar: Produkt, Prozesse, Markt, Wettbewerb, Team und Finanzen. Mindestens genauso wichtig, auch in Europa, ist die Frage nach dem „Wie?“. Wie wird eine Botschaft vermittelt, wie werden Inhalte vermittelt?

Eine herausragende Rolle spielt hier die Fähigkeit, andere Menschen zu begeistern – für das Produkt, für die Prozesse, für die Marktchancen, für das Team, und für die Finanzstrategie. Enthusiasmus steht dabei auf zwei Säulen – Stimme und Körpersprache.

Wie wird die Stimme im Alltag benutzt? Ist die Stimme monoton, wenn im Fußballstadion der Lieblingsverein angefeuert wird? Oder wenn auf einer Party mit Freunden gelacht wird? Ist die Stimme monoton, wenn sich im Supermarkt mit dem Partner gestritten wird? Im Alltag ist die eigene Stimme nie monoton. Der ganze Trick ist es, die Stimme vor Investoren, auf einer Konferenz oder auf einer Mitarbeiterversammlung genauso zu verwenden wie im Alltag. Mal schnell, mal langsam, mal laut, mal leise, gespickt mit dramatischen Pausen – da schläft auch bei der achten Pitch-Präsentation kein Investor ein.

Die zweite Säule – der Körper. Bis zu 80Prozent der Kommunikation ist nonverbal. Bei einer Präsentation – egal für was, egal wann – sollte das Vorbild kein preußischer Zinnsoldat sein, sondern Rafael Nadal oder Jürgen Klopp. Mit den Händen einmal aus den Taschen, ist es möglich, jede Aussage mit ausdrucksstarker Gestik zu untermauern. Fäuste und Energie anstelle Frau Merkels wertloser Diamanten. Körper und Stimme – das ist Enthusiasmus.

Rhetorik-Erfolg mit Begeisterung

Der größte Kritiker der Welt ist das Publikum. Das Publikum weiß in weniger als zehn Sekunden, ob hier einer steht, der von sich und seinem Produkt überzeugt ist und ob er begeistern kann. Ein Publikum hat viele Gesichter – Investoren, Mitarbeiter, Dienstleister, Mitgründer. Eines ist sicher: Der Erfolg der Kommunikation mit all diesen Stake-Holdern hängt vom Enthusiasmus ab. Der eigene Enthusiasmus macht den großen Unterschied, wenn nicht den größten.

Gründerszene Rhetorik-Seminare

Rhetorik-Experte Florian Mück ist auch Referent im Rahmen der Gründerszene-Seminare. In seinen Seminaren lernen Teilnehmer den ganz persönlichen Weg zum perfekten Pitch.

Veranstaltungsinformationen

  • Ort: Gründerszene / Vertical Media GmbH, Torstraße 179, 10115 Berlin
  • Kosten: achtstündiger Praxistag; Early Bird: 299,00 Euro pro Person (zzgl. Mwst.)
Photo: southtyrolean / flickr.com