App.net Dalton Caldwell

App.net: Mit 32.000 Nutzern zum Freemium-Anbieter

Die Idee von (www.app.net) ist überaus charmant: Da die Nutzer für den Twitter-ähnlichen Dienst bezahlen, brauchen sich die Nutzer nicht vor den zuletzt immer gravierender werdenden Eingriffen in das Netzwerk zu fürchten. Während Facebook immer mehr Werbung in die Timelines packt und seine Nutzer frustriert oder Twitter seine Schnittstellen für externe Angebote in wenigen Tagen in der Funktionsbreite deutlich einschränkt, will App.net reiner Infrastruktur-Anbieter für weitere Angebote sein, mit umfangreicher API samt Speicherplatz, einer Vielzahl von uneingeschränkt nutzbaren Zugriffsmöglichkeiten und vor allem: ohne weitere Eigeninteressen. Schließlich bezahlen die Kunden ja auch – was nicht zuletzt vor Spam schützen soll.

Nach einem halben Jahr und mit immerhin 32.000 zahlenden Nutzern – 36 Dollar pro Jahr kostet ein Profil – wechselt das von Dalton Caldwell gestartete App.net nun auf ein Freemium-Modell, wie es etwa auch die Cloud-Festplatte Dropbox macht. Die Logik dahinter: Wenn eine gewisse Zahl an Nutzern für den Dienst zahlen, kann ein eingeschränktes Angebot auch kostenlos bleiben. So beschränkt App.net das neue Angebot, das zunächst nur auf Einladung bestehender Mitglieder genutzt werden kann, auf 40 zu folgende Nutzer und auch der Speicherplatz ist begrenzt.

Die Sache mit der Werbung

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Dass mit dem jüngsten Schritt auch die so offensiv geschmähte Werbung bei App.net Einzug halten könnte, wird von Caldwell weiterhin zurückgewiesen. Auch seien die kostenlosen Profile keinesfalls ein Zeichen dafür, dass der (Bezahl-)Dienst nicht funktioniere. Antworten darauf, wie App.net auch in Zukunft mit Spam umgehen will – ein Problem, mit dem unter anderem Twitter bekanntlich stark zu kämpfen hat –, bleibt Caldwell derweil schuldig.

Wenn der Dienst allerdings Fahrt aufnehmen will, braucht er mehr Nutzer, das weiß auch der zurückhaltend wirkende Gründer. Gerade außerhalb der USA ist App.net noch sehr weit von einer kritischen Masse entfernt. Aber lässt sich der Dienst letztendlich so skalieren, wie das (noch sehr kleine) Team es vor hat? Wie seine Vision vom „Anti-Twitter“ entstand, was seine Motivation hinter App.net ist und woher bislang das notwendige Kapital stammt, verriet Caldwell Anfang des Jahres im Gründerszene Interview: