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Index und Union Square finanzieren Auxmoney

Stattliche zwölf Millionen US-Dollar sichert sich die Düsseldorfer Kredite-Plattform Auxmoney (www.auxmoney.com) von den namhaften US-Investoren Index Ventures und Union Square Ventures. Ersterer hatte sich durch Finanzierungen etwa bei SoundCloud, Dropbox oder Etsy einen Namen gemacht, Letzterer ist bei Twitter, Tumblr oder Foursquare, aber auch bei der Kreditplattform Lending Club (www.lendingclub.com) engagiert. Das deutsche Jungunternehmen wurde im Jahr 2007 von Raffael Johnen, Philipp Kriependorf und Philip Kamp gegründet und vermittelt als webbasierter Marktplatz private Kredite von privaten Geldgebern. Auf diesem Weg soll der meist teure Weg über die Bank umgangen werden, wirbt das derzeit 30 Mitarbeiter beschäftigende Auxmoney.

Vor wenigen Tagen erst hatte Gründungsgesellschafter Johnen das Amt des CEO übernommen. In seiner neuen Position wolle der frühere Investmentbanker sich „ausschließlich auf die Weiterentwicklung des Unternehmens konzentrieren“, für das Operative bleibt Geschäftsführer Kriependorf weiterhin an Bord. Auf der Plattform können interessierte Kapitalsuchende ihre „Projekte“ vorstellen, die Investoren können sich dann mit Beträgen ab 50 Euro beteiligen. Mit dem „Crowdlending“-Angebot wolle man insbesondere da nachbessern, wo auf anderem Wege keine Kredite zu bekommen sind.

Seit der Gründung seien mehr als 11.000 Kredite in einem Gesamtwert von gut 45 Millionen Euro vergeben worden, vemeldet Auxmoney im Rahmen der Finanzierungsrunde. Rund die Hälfte davon stammen den Angaben zufolge aus den letzten zwölf Monaten, womit das Unternehmen auf das Wachstum im vergangenen Jahr aufmerksam machen will. Diese dürften sich unter anderem deshalb ergeben haben, weil Auxmoney zuletzt die bislang von Geldnehmern zu entrichtenden Einmalgebühren abgeschafft und damit einen wesentlichen Kritikpunkt aus dem Weg geräumt hatte.

Starke Kritik am Geschäftsmodell

Die Gebühren hatten zusammen mit weiteren versteckten Kosten etwa hinsichtlich geforderter Zertifikate insbesondere für den Kreditsuchenden in Verbraucherforen seitenweise zu starker Kritik geführt. Auch die moralischen Aspekte der angeblich horrenden Zinsen, die auf dem Portal von den finanziell oftmals bereits angeschlagenen Kunden mitunter verlangt werden, und eine mangelhafte Transparenz hinsichtlich der Geldgeber ließen die Plattform zumindest bislang in keinem guten Licht erscheinen. Dass ein nicht zu vernachlässigender Teil der Einnahmen durch knallharte Rückforderungen der Inkassogesellschaft generiert werden dürfte, wirft weitere Fragen nach der Seriosität des Modells auf.

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Verlängerungsgebühren trotz fristgerechter Kündigung, hohe Mahngebühren, schnelle Drohungen mit Schufa-Einträgen, irreführende Werbung – die Liste der Vorwürfe ist lang. Ende 2010 schrieb Test.de: „Die Firma Auxmoney lockt Menschen, die dringend Geld brauchen, auf ihre Plattform – und stellt ihnen eine Kostenfalle.“ Nachgebessert wurde in den vergangenen Monaten und Jahren zwar – glaubt man den Nutzerforen allerdings allenfalls mäßig. Mitte vergangenen Jahres hatte Auxmoney-Gründer Philipp Kriependorf die Plattform im Gründerszene-Interview im Detail erklärt. „Wenn man sich dafür entscheidet, ein Geschäftsmodell im Themenbereich Kredit aufzubauen, muss man zwangsläufig damit leben, dass viele Menschen sehr verkrampft mit dem Thema umgehen“, antwortete Kriependorf damals auf die Frage nach dem schlechten Ruf der Anbieter.

Mit Smava besteht ebenfalls seit 2007 ein weiteres Angebot im Markt, dass sich trotz eines etwas anderen – und mittlerweile zusammen mit einer Partnerbank etwas umgestellten – Modells sowie einer in der Regel größeren Transparenz, höherer Anforderungen an die Bonität und der Notwendigkeit von Einkommensnachweisen zunächst ebenfalls deutlicher Kritik der Öffentlichkeit ausgesetzt sah. Auch in Großbritannien hatte der Anbieter Wonga (www.wonga.com) gleich nach dem Start ganz erheblich mit dem Widerstand der Öffentlichkeit zu kämpfen.

Dass sich beim Thema Geld schnell die Gemüter aufheizen, steht außer Frage. Abseits der Vorwürfe, die sich das Segment der Anbieter von Online-Krediten mit zumeist kurzer Laufzeit gefallen lassen muss, deutet das jüngste Investment derweil an, dass das Modell zumindest aus Sicht der Plattformbetreiber durchaus lohnt. Ob die zwischenzeitlich durchgeführten Nachbesserungen etwa beim Gebührenmodell und das Kapital sowie das Know-how der neuen Investoren das Image des Anbieters nachhaltig verbessern können?

Bild: BilderBox-Bildagentur GmbH