ChicChickClub JustFab Team Europe

ChicChickClub geht in JustFab auf

Bereits in den vergangenen Monaten wurde klar: Das Geschäftsmodell des Berliner ChicChickClub (www.chicchickclub.de) gestaltete sich schwieriger als erwartet. Nachdem zunächst lange kein neuer CEO gefunden wurde und auch Kosteneinsparungen beziehungsweise die Entlassung eines Teils der Mitarbeiter nicht genug Raum zum Manövrieren brachten, zieht der zugehörige Company Builder Team Europe (www.teameurope.net, auch an Gründerszene beteiligt) nun die Notbremse.

Der Berliner E-Commerce Shop wird aufgegeben, sowohl Marke als auch eigenständiger Geschäftsbetrieb werden eingestellt. Das im Jahr 2011 gegründete gegangene Startup, das monatlich „persönlich abgestimmte“ Schuhkollektionen anbietet, geht nach Angaben auf der Webseite im Wettbewerber JustFab (www.justfab.de) auf.

Anders als zunächst vom CCC-Betreiber verbreitet, wechselt die gerade erst im Dezember angetretene CEO Ebony Morczinek nicht zum früheren Konkurrenten, auch von der Belegschaft – zu deren (vermutlich recht geringen) Größe wollte sich der Berliner Company Builder nicht äußern –, wurde niemand übernommen. Finanzielle Details wurden auf Nachfrage nicht genannt, allerdings dürften kaum signifikanten Beträge geflossen sein. Auf 150.000 Kundinnen verwies das bisherige Team-Europe-Unternehmen zuletzt. Diese sollen sich nun zu den weltweit rund zehn Millionen “Fans” von JustFab gesellen.

Unter keinem guten Stern

Bereits nach einigen Monaten Geschäftsbetrieb hatte der Shop im vergangenen Jahr sein Angebot anpassen müssen: Standen zuvor monatlich 49,95 Euro pro Monat zu Buche, gab es nach der Einführung eines neuen Mitgliedschaftsmodells “die Lieblingsschuhe schon ab 19,95 Euro” – was die Margen sicherlich verringerte. Premium-Mitglieder, die bereits 150 Euro oder mehr ausgegeben hatten, zahlten fünf Euro weniger und hatten früher Zugang zu neuen Kollektionen. Mit einer TV-Kampagne wurde zudem versucht, neue Abonnenten zu gewinnen – ohne den erhofften Erfolg. Zuletzt hatte Team-Europe-Gründer Lukasz Gadowski sich zitieren lassen, dass man versuche, die Probleme zu lösen.

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Auch dass die Stelle des CEO über viele Monate unbesetzt blieb, war – trotz zwischenzeitlich vermeldeter Mitgliederzuwächse – kein gutes Zeichen. Neben dem umgestalteten Geschäftsmodell hatte man sich zuvor von jenem Venture-Partner getrennt, der das Jungunternehmen anschieben sollte, mit Nikolaus Meyden hatte einer der Mitgründer bereits nach wenigen Wochen das Unternehmen verlassen. Daniel Offermann übernahm als Interims-CEO.

Letztendlich dürften sich die Nutzerzahlen aber auch die Umsätze pro registriertem Mitglied nicht so entwickelt haben, wie es für den (betriebs-)wirtschaftlichen Erfolg notwendig gewesen wäre. Nach überraschend knapper Frist ist nun jedenfalls klar, dass auch die hoffnungsvoll angeworbene Harvard-Absolventin Morczinek das Schicksal des Curated-Shopping-Startups mit dem schwierig auszusprechenden Namen nicht mehr zu wenden vermochte.

Bild: Ich-und-Du / pixelio.de