Groupon Kinnevik Ausstieg Beteiligung Deals Schnäppchen

Der im Zuge der CityDeal-Übernahme an die Anteile gelangte Investor Kinnevik steigt beim Deal-Portal Groupon aus. Trotz eines abgestürzten Börsenkurses erlöst das schwedische Unternehmen 64,4 Millionen Euro – und damit deutlich mehr als beim Einstieg, der gerade einmal 2,3 Millionen Euro gekostet hatte. Da gerade vor wenigen Tagen die Haltefrist der Investoren nach dem Börsengang abgelaufen ist, wird es interessant zu beobachten sein, wie sich die verbleibenden Groupon-Investoren verhalten.

Kinnevik: Für 64,4 Millionen ist bei Groupon Schluss

Kurz nachdem die Haltefrist für die Anteile an dem US-amerikanischen Deal-Portal Groupon (www.groupon.com) abgelaufen ist, hat nun der schwedische Finanzkonzern Investment AB Kinnevik (www.kinnevik.se) seinen Ausstieg bekannt gegeben: Alle direkt gehaltenen 8,38 Millionen Anteilsscheine seien verkauft worden, heißt es in einer Pressemitteilung. Umgerechnet 64,4 Millionen Euro hat der Investor auf diesem Weg in die Kassen bekommen, heißt es auch bei Deutsche Startups.

An die Groupon-Anteile gelangt war Kinnevik durch die Beteiligung am deutschen Groupon-Klon CityDeal, den die Samwer-Brüder im Mai 2010 an das US-Vorbild veräußert hatten – und fast ausschließlich mit Groupon-Anteilen entlöhnt worden waren. Auch wenn der Kurs der Groupon-Aktie seit dem Börsengang vor gut einem halben Jahr einen deutlichen Abwärtstrend verfolgte, kann Kinnevik einen guten Gewinn realisieren: Für die CityDeal-Anteile hatte Kinnevik nach eigenen Angaben umgerechnet knapp 2,3 Millionen Euro bezahlt.

Der Groupon-Börsenkurs (in Euro)

Quelle: Finanzen.net

Wie reagieren die verbleibenden (Groß-)Investoren?

Erst vor wenigen Tagen waren mit Daniel Glasner und Philipp Magin die beiden deutschen Geschäftsführer und zwei Manager der ersten Stunde bei dem Rabatt-Vermarkter ausgestiegen: Glasner war als Vorstandvorsitzender für die Region Zentraleuropa verantwortlich, Magin als Geschäftsführer für die Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ihr Weggang hat ihre Nachfolger Jens Hutzschenreuter und Tobias Teuber vor knifflige Aufgaben gestellt. Zuvor hatte Groupon unter anderem mit Bilanzproblemen an der Börse auf sich aufmerksam gemacht. Immerhin konnte das Unternehmen für das erste Quartal 2012 einen weiteren Umsatzanstieg um 89 Prozent auf 559 Millionen Dollar ausweisen – die tiefroten Zahlen aber blieben.

Die schwedische Investment AB Kinnevik ist Haus- und Hof-Finanzier der Samwer-Brüder: Bereits 700 Millionen Euro hat das Unternehmen laut Geschäftsbericht in Rocket Internet (www.rocket-internet.de) und dessen Ableger investiert, rund 300 Millionen davon allein im Jahr 2012. Wie lange die weiteren ehemaligen CityDeal-Investoren Rocket Internet, Holtzbrinck Ventures (www.holtzbrinck-ventures.com) und Eventure Capital Partners (www.evcpartners.com) wohl der Schnäppchenschleuder treu bleiben werden?