„ireport“ des renommierten Nachrichtensenders CNN oder die Einbindung von lesergenerierten Beiträgen und Videos bei der britischen Tageszeitung The Guardian gelten als Vorreiter des Phänomens Bürgerjournalismus. In dessen Geburtsstunde drehte sich die Diskussion dabei vielfach um den Nachrichten- und Nutzwert dieser Beiträge für die mediale Welt und deren Zielpublikum. myheimat.de legt den Fokus auf die Stärkung des lokalen Netzwerks durch aktiven Austausch der User untereinander und zeigt damit eine neue Facette dieses Mitmach-Mediums. Hier schreiben Bürger für ihre Mitbürger – und das sowohl online als auch für mittlerweile 25 Stadtmagazine und Lokalseiten mehrerer Tageszeitungen. Das Erfolgsgeheimnis des Portals mit deutschlandweit über 26.000 Bürgerreportern ist das gelungene Miteinander von aktiven Hobby-Autoren und ihren professionellen Kollegen, den Lokaljournalisten.

Auf myheimat tauschen sich die User über Ereignisse aus ihrem persönlichen lokalen Umfeld aus. Dazu gehören Schnappschüsse aus dem täglichen Leben genauso wie die Siege des Lokalvereins oder Veranstaltungstipps. Ein besonderer Anreiz besteht dabei für viele von ihnen in der Chance, ihren Beitrag in einer gedruckten Lokalausgabe wiederzufinden. Warum das so ist, erklärt sich myheimatler und Hobbyfotograf Michael Hoffsteter, dessen Fotobeitrag unlängst auf dem Titelbild der WIN, einem Marburger Wochenblatt (Oberhessische Presse), erschien, folgendermaßen: „Ein veröffentlichtes Bild wird von einem großen Kreis gesehen und das hat manchmal unerwartete Folgen. Wenn Du nach der Arbeit aus dem Auto steigst und die Nachbarn sagen ‚Ah, da kommt der Starfotograf’ oder wenn Du beim Einkaufen gefragt wirst, warum Du die Kamera nicht dabei hast, dann siehst Du, was Dein Auftritt hier für Kreise zieht“ (Hoffsteters myheimat-Seite).

Christoph Linne, Chefredakteur der Oberhessischen Presse sieht den Mehrwert von myheimat in der zusätzlichen Perspektive, die die Bürgerreporter einbringen: „myheimat ist eine Sache für sich und keine Konkurrenz für Lokalredakteure. Die Artikel der Bürgerreporter erscheinen bei der Oberhessischen Presse in einer eigenen Sparte auf Sonderseiten und nicht vermischt mit „normalen“ Zeitungsartikeln. Das Titelfoto der WIN ist nicht als Sparmaßnahme gedacht, weil wir keine eigenen Fotos hätten, sondern ein Dankeschön an unsere Bürgerreporter, deren Mühe wir damit belohnen wollen. Denn wer ist nicht stolz, wenn ihn Nachbarn oder Bekannte auf das tolle Foto auf der Titelseite ansprechen?“

Das Bürgerportal will das soziale Miteinander bereichern und setzt dabei anders als klassische Web 2.0-Plattformen auf eine enge Verflechtung der realen und virtuellen Welt. Gerade durch die Aufnahme der Beiträge in Zeitungen und Zeitschriften gewinnt myheimat eine Verbundenheit und Authentizität, die man bei globalen Social Media-Websites oft vermisst. Die meisten Bürgerreporter schreiben unter ihrem echten Namen – myheimat ist durch die fehlende Anonymität und den lokalen Fokus ein Tool, das von einer realen Gemeinschaft genutzt wird, in der man sich kennt. Durch gezielte Suchmaschinenoptimierung und themenspezifische Verlinkung der User-Beiträge untereinander besteht darüber hinaus gleichzeitig Anschluss an eine deutschlandweit wachsende Gemeinschaft Gleichgesinnter.

myheimat.de ist als das Portal dabei keine Konkurrenz für Lokalzeitungen sondern eine Chance für diese, ihre Leser aktiv an der Gestaltung des Blattes teilhaben zu lassen. Mit der dahinterliegenden Publishing-Plattform von gogol medien haben Verleger ein Werkzeug an der Hand, um von Bürgerreportern generierte Inhalte bruchfrei und extrem einfach in ihre Online- und Print-Objekte einzufügen. So setzen z.B. bereits die Heimatzeitungen der Hannoverischen Allgemeinen und der Neuen Presse Hannover sowie die Oberhessische Presse auf myheimat, um ihre Lokalteile noch vielfältiger zu gestalten und die Leser-Blatt-Bindung zu erhöhen. Für sie sind myheimat-Bürgerreporter eine Bereicherung für die lokalen Medien mit Nutzwert für beide Seiten: es hat sich erwiesen, dass die Aktivität in Regionen mit eigenen Printausgaben besonders hoch ist. Der crossmediale Ansatz erhöht die Bindung an das lokale Umfeld, dem auch das Hauptaugenmerk der lokalen Zeitungen gilt. Dabei dringt myheimat jedoch in Tiefen vor, die das klassische Modell der Lokalredaktion längst nicht in diesem Umfang abdecken könnte.

„Mit myheimat bekommen Verlage einen „Newsfeed“ an sublokalen, authentischen Berichten von Bürgerreporten an die Hand“, erklärt Martin Huber, Gründer und Geschäftsführer von myheimat.de. „Dadurch ermöglicht myheimat den Lokalredakteuren ein Arbeiten im Sinne des „networked journalism“-Ansatzes. Sie können Themen aus der Community aufgreifen und kollaborativ weiter ausbauen, hochwertiges Bildmaterial verwenden, das ihnen in dieser Form so nicht zur Verfügung stünde, direkt mit den Bürgerreportern Kontakt aufnehmen oder ihre eigenen Artikel mit der Community diskutieren.“

Über myheimat.de:

Auf dem Bürgerreporterportal myheimat.de veröffentlichen mehr als 26.000 registrierte Nutzer Lokalgeschichten. Die Plattform vernetzt die Hobby-Autoren mit Gleichgesinnten sowohl aus ihrem unmittelbaren Umfeld als auch landesweit. Über 85.000 Berichte und 350.000 Bilder wurden bisher online veröffentlicht. Die Möglichkeit der Publikation in Druckausgaben mit einer aktuellen Gesamtauflage von über 620.000 Exemplaren garantiert den Bürgerreportern größtmögliche Aufmerksamkeit für ihre Beiträge.

Für den Abdruck der Inhalte bietet myheimat regionalen Zeitungsverlagen und Medienunternehmen einen Zugang zu den auf der Plattform befindlichen Inhalten an. Diese können mit den dazugehörigen Publishing Tools einfach in hochwertige Printpublikationen überführt werden. Derzeit erscheinen ausgewählte Beiträge aus der myheimat-Community regelmäßig in drei Lokalzeitungen, einem Anzeigenblatt und 25 eigenständigen Lokalmagazinen. Die Zahl der myheimat-Partnerverlage und damit die Reichweite für Bürgerreporter wird kontinuierlich ausgebaut.