Purmeo EasyApotheke

Der Online-Vitaminversand Purmeo hat eine Finanzierung in nicht benannter Höhe abgeschlossen. Mindestens so wichtig wie das frische Kapital sei für das Unternehmen das Know-how einer der Investoren: Mit seinem Beteiligungsunternehmen Syfrex ist unter anderem Jörg Paulmann bei Purmeo eingestiegen. Der Mitgründer der Easy-Apotheken soll gute Kontakte mit einbringen, damit Purmeo seinen Offline-Vertrieb weiter voran treiben kann.

Purmeo: mit neuem Kapital und Offline-Drang

Wie hoch die gerade abgeschlossene Finanzierungsrunde war, will Purmeo (www.purmeo.de) nicht verraten. Dafür erklärt Mitgründer Peter Haag gegenüber Gründerszene aber, wie es für den Vitaminlieferanten mit den neuen Investoren weitergehen soll: Zusammen mit Creathor Venture, Family’s Venture Capital, Point Nine Capital (www.pointninecap.com), Nous Ventures und Gerald Heydenreich hat auch die Syfrex GmbH (www.syfrex.de) in das Startup investiert. Letztere ist ein Beteiligungsunternehmen von Jörg Paulmann, dem Gründer und ehemaligen Vorstand der Internet-basierten Easy-Apotheke (www.easyapotheke.de) und der daraus entstandenen gleichnamigen Apothekenkooperation.

Damit habe man die Möglichkeit, sehr viel einfacher und schneller eine bundesweite Kooperation mit den Easy-Apotheken einzugehen. Purmeo drängt also weiter ins Offline-Geschäft. Derzeit sind die per Fragebogen individualisierten Vitamine online und in fünf Partnerapotheken zu bekommen. Mit dem Kapital selbst werde eine weitere Spezialisierung und Markenentwicklung weiter vorangetrieben werden, so Haag weiter. Etwa zur Fitnesssteigerung oder im Rahmen von Diäten sollen spezielle Präparate angeboten werden – auch das jeweils abgestimmt auf den Nutzer.

Gesamtmarkt bis zu 1,5 Milliarden Euro groß

Das Purmeo-Team zählt derzeit acht Mitarbeiter. Nachdem das Unternehmen zunächst mit einem einzelnen Lieferanten gestartet war, wird das Sourcing derzeit ausgeweitet. Dabei stammen alle Produkte weiterhin aus europäischer Produktion, versichert Haag. Der Gesamtmarkt für Nahrungsergänzungsmittel – deren Zweckdienlichkeit nicht unumstritten ist – wird laut Purmeo auf eine bis 1,5 Milliarden Euro geschätzt. Nicht ohne Grund hatte der Company-Builder Project A Ventures im Frühjahr in Nu3 investiert, das allerdings hauptsächlich Fertigpräparate anderer Marken vertreibt.

Von Internet-Mitbewerbern wie FitForMe (www.fitforme.de) will sich Purmeo insbesondere durch einen simpleren Fragebogen unterscheiden. Dieser stelle weniger Fragen als bei der Konkurrenz, sei aber genau so effizient und nutzerfreundlicher, erläutert Mitgründer Haag. Von den bislang in Apotheken erhältlichen Produkten soll sich das Purmeo-Angebot durch die individuelle Zusammenstellung unterscheiden – allerdings hat etwa die Burg-Apotheke mit Vitamine nach Maß (www.vitamine-nach-mass.de) bereits selbst ein eigenes (Online-)Angebot gestartet, bei dem ebenfalls ein Fragebogen ausgewertet und ein persönlicher Vitamin-Mix erstellt wird.

Für das Groß der Kunden dürfte sicherlich die Apotheke an der Ecke nach wie vor die wichtigste Anlaufstelle für Nahrungsergänzungsmittel sein. Zumindest wird der Kunde dort „vorgeprägt“.  Aus gutem Grund hatten Fertigpräparat-Anbieter wie Orthomol in den vergangenen Jahren dafür gesorgt, prominent in den Regalen platziert zu sein. Den Hinweis, dass Vitaminpräparate längst nicht immer sinnvoll sind und mitunter sogar Schäden verursachen können, sucht man allerdings vergeblich.

Dass Purmeo mit seiner Individualisierungs-Strategie jetzt auch weiter in die Offline-Welt vordringen will, könnte gleichermaßen dem Markenaufbau und dem Vetrieb helfen – und damit die Eintrittsbarrieren für weitere Wettbewerber erhöhen. Ob sich das Berliner Jungunternehmen langfristig damit auch gegen die etablierten Vitaminanbieter durchsetzen können wird?

Bildmaterial: Sara Hegewald / pixelio.de