Schlcker-Online-Shop insolvent

Schlecker-Shop vor dem Aus

Schlecker wird samt der Tochterfirmen abgewickelt, auch für Schlecker Home Shopping (www.schlecker.de) fand der Insolvenzverwalter keine Käufer. Der Onlineshop Schlecker Home Shopping wird in Deutschland und Österreich eingestellt. „Trotz intensiver Bemühungen um den Verkauf hat kein Investor ein tragfähiges Angebot zur Übernahme des Onlineversandhandels mit Drogerieartikeln vorgelegt“, sagte die Insolvenzverwaltung am Montag.

Insolvenzverwalter Patrick Wahren sei gezwungen, den Betrieb am 12. August einzustellen. Die Insolvenzverwaltung bereite derzeit die Abwicklung des Onlineshops vor, viele Artikel seien bis zu 20 Prozent reduziert. Mit dem Aus des Internetversands fielen 100 weitere Arbeitsplätze weg – die Schlecker-Pleite kostete bereits etwa 25.000 Arbeitsplätze.

DM kauft Online-Segment nicht auf

Laut der „Lebensmittel Zeitung“ hatte die Schlecker Home Shopping GmbH Verluste in einstelliger Millionenhöhe geschrieben. Für die Schlecker Home Shopping hatte sich zuletzt Branchengigant DM interessiert – DM hatte neben Rossmann und der österreichischen MTH-Gruppe bereits einige Ihr-Platz-Filialien übernommen. Von den 490 Filialien wurden etwa 290 an verschiedene Investoren verkauft.

Die Drogeriekette DM bietet bisher auf ihrer Webseite keinen Online-Shop an. Anders ist das bei Konkurrent Rossmann, der über 100.000 Artikel auch online anbietet. Neben den Offline-Drogerien bieten auch Onlinesupermärkte wie Allyouneed oder Mytime ein Sortiment an Drogerieartikeln an.

Online-Drogerien nicht attraktiv?

Wie schwer das verlockende Geschäft mit den Online-Drogerieartikeln sein kann, hat bekanntlich schon das Berliner Startup AllesAnna (www.allesanna.de) erfahren müssen. Im September 2010 gestartet, musste der Online-Shop für Kosmetikartikel bereits nach etwas mehr als einem halben Jahr Insolvenz anmelden. Hauptursache der Pleite soll eine verfehlte Anschlussfinanzierung gewesen sein, doch auch das herausfordernde Geschäftsmodell dürfte zur Insolvenz beigetragen haben. Und auch das Samwer-Unternehmen Beautydeal (www.beautydeal.de) musste sich im Oktober 2009 dem Beautysegment geschlagen geben, nachdem diverse Markenhersteller die Lieferantenstruktur des jungen Startups kappten.

Im Gegensatz zur Onlinedrogerie AllesAnna haben die beiden Lucrato-Gründer (www.lucrato.dePhilipp Pünjer und Constantin Rosset schon früh ihr ursprünglich LisaLiefert (www.lisaliefert.de) genanntes Shopping-Startup umgebaut und sind unter dem Namen Lucrato mit einem Drogerie-Preisvergleich am Start.

Das Aus der Schlecker-Online-Shops ist natürlich als Teil der Insolvenz zu verstehen. Nichtsdestotrotz könnte der Fakt, dass kein Käufer gefunden wurde, auch als erneutes Signal für das schwierige Geschäft mit den Drogerieartikeln im Internet sein, geringe Margen und große Offline-Konkurrenz machen den Markt schwer.