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Stattliche zehn Millionen Euro erhielt das Musikportal Simfy dieser Tage noch einmal von seinen bestehenden Investoren und plant damit, sein Wachstum in Europa weiter voranzutreiben. Bisher sind Earlybird (www.earlybird.com), die NRW Bank (www.nrwbank.de), DuMont Venture (www.dumontventure.de) und Klaus Wecken bei Simfy investiert und bestärkten nun noch einmal ihr Vertrauen in das Unternehmen.

Weitere 10 Millionen für Simfy

„Wir wollen unsere Präsenz im deutschsprachigen Raum weiter stärken“, gibt Simfy-CEO Gerrit Schumann zu Papier, wenn es darum geht, was mit dem neuerlich erhaltenen Kapital passieren soll. Seit seinem Start im Mai 2010 bringt es Simfy (www.simfy.de) mittlerweile auf eine Finanzierungssumme von 17 Millionen Euro, nachdem DuMont Venture, Earlybird, die NRW.Bank und Klaus Wecken bereits im Mai 2010 sieben Millionen Euro in Simfy gesteckt haben.

In Europa wird Simfy derzeit als „deutsches Spotify“ gehandelt, während in Großbritannien etwa We7 (www.we7.com) mit einem vergleichbaren Service am Start ist. Simfy ist eine Musikplattform, auf der Musiktitel per Stream konsumiert, in Playlists gesammelt und über Soziale Netzwerke geteilt werden können. Mobile Apps ermöglichen eine Musiknutzung per Smartphone, die auch Offline-Playlisten beinhaltet. Finanziert wird das Angebot über Werbung und eine kostenpflichtige Musikflatrate, wobei Simfy die Dauer der freien Nutzung nicht beschränkt.

Simfy will in Europa expandieren

Da das Streaming von Daten auch derzeit noch teuer ist und womöglich auch teure Lizenzgebühren bezahlt werden müssen, erklärt sich die hohe Finanzierungssumme von Simfy bisher. Vor allem dürfte der Sprung nach Europa angesichts eines starken Konkurrenten wie Spotify (www.spotify.com), das bisher mit 83,2 Millionen Euro gefundet wurde, herausfordernd werden – ganz zu schweigen davon, dass der US-Markt bisher von keinem europäischen Musikstreaming-Dienst geknackt werden konnte.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz versteht sich Simfy allerdings schon als Marktführer und will es nach eigenen Angaben auf über eine Million registrierter Nutzer und „monatliche Wachstumsraten im deutlich zweistelligen Bereich“ bringen. Nun plant das Unternehmen seine Internationalisierung für das zweite Halbjahr 2011: „Wir wollen unsere Präsenz im deutschsprachigen Raum weiter stärken. Parallel bereiten wir die Expansion im europäischen Ausland vor. Strukturell und vom Know-how sind wir als simfy AG gut vorbereitet. Mit unseren Investoren haben wir zuverlässige Partner, die uns langfristig unterstützen, unsere strategischen Ziele umzusetzen“, skizziert Gerrit Schumann die Pläne von Simfy.

Für sein weiteres Wachstum und vor dem Hintergrund einer Konzentration auf das Kerngeschäft Musikstreaming firmiert Simfy um. Die bisherige Music Networx AG wird zur Simfy AG, welche auch zur Dachgesellschaft für die territorial operativen Landesgesellschaften – wie zum Beispiel die Simfy Deutschland GmbH – wird. Der AG-Status könnte Simfy hier aus Prestige-Sicht bei der Akquise großer Musiklabels helfen oder werden womöglich bereits die Weichen für einen potenziellen Börsengang gestellt, falls Simfy im Wettstreit mit Spotify auf Dauer weiteres Kapital benötigt? Wie sich Simfy auf internationalem Terrain gegen Spotify schlagen wird, dürfte in nächster Zeit die spannendste Frage für die Kölner werden.

Bildmaterial: Deegolden