Simfy, Steereo, Holtzbrinck Digital, Finanzierungsrunde

Es bewegt sich einiges beim Musikspeicherdienst Simfy (www.simfy.de): In einem Atemzug steuert Holtzbrinck Digital, die Internet-Beteiligungsholding der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, eine Kapitalerhöhung bei und bringt seinen Musikdienst Steereo (www.steereo.de) gleich mit. Beide StartUps formieren fortan gemeinsan unter der Music Networx AG, der Gesellschaftsform hinter Simfy.

Über die Höhe der Finanzierung seitens Holtzbrinck Digitals wird sich ausgeschwiegen, aber es ist durchaus denkbar, dass ein Teil der Summe auch durch die Erfahrungen, Kooperationen und Nutzer von Steereo geleistet wurde. Steereo, der Musikdienst von Holtzbrinck Digital, geht im Zuge der Transaktion vollständig in der einstigen Konkurrenzplattform Simfy auf.

Dabei wird von beiden Seiten sichergestellt, dass die bestehenden Steereo-Nutzer auf Wunsch problemlos zu Simfy umziehen können, heißt es in der zugehörigen Pressemitteilung. Eine solche Bündelung der Kräfte ist angesichts des umkämpften (europäischen) Musikmarktes sicher sinnvoll, will Simfy zu einer europäischen und nicht nur zu einer deutschen Lösung heranreifen.

Zu Simfy und der Rechtefrage

Mit Simfy lässt sich Musik online speichern und von überall abrufen. Die eigenen Freunde können dazu eingeladen werden, gemeinsam Musik zu hören und neue Musik zu entdecken. Auf Simfy haben Nutzer freien Zugriff auf das Repertoire der großen Musiklabels und können laut Angabe von Simfy derzeit auf knapp 6,2 Millionen Songs zugreifen. Für die rechtliche Absicherung arbeitet Simfy mit allen Rechteinhabern, wie der Gema und den großen Labels zusammen.

Eben jene rechtliche Absicherung soll Investor Holtzbrinck Digital auch dazu veranlasst haben, Steereo an Simfy abzutreten. Die Verhandlungen um Rechtefragen sind langfristig und aufwändig. Es ist also wohl denkbar, dass dieser Vorgang für Steereo nicht schnell genug umgesetzt werden konnte, weshalb nun auf Simfy umgesattelt wurde. Es ginge darum, „vertriebsunterstützende Synergie-Effekte zwischen dem bestehenden Holtzbrinck-Digital-Portfolio und Simfy sinnvoll zu nutzen“ heißt es.

„Wir freuen uns sehr, dass wir durch den Einstieg von Holtzbrinck als neuen Investor und der damit verbundenen Interessen- und Aktivitätsbündelung ab sofort gemeinsam die führende Marktposition von Simfy in Deutschland weiter verbessern und zudem die geplante Expansion in zusätzliche europäische Länder noch schneller vorantreiben können,“ meint Gerrit Schumann, CEO der Music Networx AG.

Hauptziel der neu formierten Partnerschaft ist es so, unter der Marke Simfy den Markt des Online-Musikstreaming stärker auszubauen, wobei Spotify aus Schweden wohl zum potentesten Konkurrenten werden dürfte und auch Apples iTunes könnte in diesem Segment noch eine Rolle spielen, falls hier in naher Zukunft vermehrt auf Cloud-Dienste gesetzt wird.

Bildmaterial: Alvimann